Kurzfassungen der Beiträge 


Die aktuelle Lage und Zukunftperspektive des Deutschen als Fremdsprache in der Türkei

In diesem Aufsatz hat sich der Autor zum Ziel gesetzt, die aktuelle Lage und die Zukunftperspektiven des Deutschen in der Türkei darzustellen. Im ersten Teil des Artikels wird die Lage des Faches DaF im schulischen Bereich beschrieben. In diesem Teil ist festzustellen, dass in der Türkei ab der vierten Klasse der 8-jährigen allgemeinen Pflichtschulen mit dem Fremdsprachenunterricht begonnen wird. Das Englische ist zur Zeit die erste Fremdsprache, jedoch besteht die Möglichkeit, dass die türkischen Schülerinnen und Schüler ausser an Anadolu-Schulen in den staatlichen und in den privaten Mittel- und höheren Schulen Deutsch als Fremdsprache entweder als Pflichtfach oder Wahlpflichtfach lernen. Der Trend der Lernerzahl ist rückläufig, und die Mehrzahl der DaF- Lehrer erteilt fachfremden Unterricht entweder als Klassenlehrer oder Türkischlehrer. Was den Lehrplan betrifft, so wird dem Schüler der Unterrichtsstoff häufig unsystematisch angeboten. Die mangelnde Bestimmung der Unterrichtsziele wirkt sich auf die Methoden und Verfahren im Klassenverband aus. Die Lehrbücher werden selten aus Deutschland importiert, und die durch das Erziehungsministerium empfohlenen bzw. begutachteten Bücher sind oftmals nicht sachgerecht und unzulänglich.

Im zweiten Teil des Artikels wird das Germanistikstudium und die Situation der Absolventen skizziert. In den letzten Jahren studieren die Remigrantenkinder recht häufig Germanistik, aber wenn sie das Studium absolviert haben, haben sie kaum eine Möglichkeit, als DaF-Lehrer zu arbeiten. Die Regelstudienzeit dauert acht Semester. Zum Schluss schlägt der Autor vor, dass das türkische Erziehungsministerium auf der Basis einer parteipolitisch unabhängigen, auf die internationalen Erfordernisse ausgerichteten Aufgabenkatalogs ein neues, selbstbewusstes Selbstverständnis entwickeln und in praktisches Handeln umsetzen sollte. Laut Autor sind die durch den türkischen Hochschulbeirat in die Tat umgesetzten Massnahmen zur Verbesserung der Lehrerausbildung für eine erfolgreiche Gestaltung des Deutschunterrichts und anderer Fremdsprachen von grosser Bedeutung.

Netzgestütztes Fremdsprachenlernen: Anwendungsbereiche und Forschungsdesiderate

Der Beitrag beleuchtet zunächst kurz den Forschungsstand zu netzgestütztem Fremdsprachenlernen, um dann näher auf verschiedene Formen der Internetnutzung einzugehen. Hierbei wird differenziert zwischen Internet-Angeboten, die das herkömmliche Lehrwerk als Zusatzmaterial ergänzen, Selbstlern-CD-ROMs mit integrierter Internet-Nutzung, netzbasierten Selbstlernkursen mit tutorieller Unterstützung und netzbasierter Sprachstandsbestimmung. Ausgehend von den aktuellen Entwicklungstendenzen im Bereich netzbasierten Fremdsprachenlernen wird abschließend der Frage nachgegangen, ob die Neuen Medien zu einem „neuen“ oder zumindest doch stark veränderten Fremdsprachenlernen führen werden.

Kriterien für die Auswahl von Lerninhalten und Lernaufgaben.

Neben dem Erwerb kommunikativer Kompetenz in einer fremden Sprache wird seit vielen Jahren der Erwerb einer offenen und toleranten Haltung den Ländern und Völkern gegenüber, deren Sprache man lernt, als ein natürliches und integriertes Lernziel des Fremdsprachenunterrichts (FSU) betrachtet. In diesem Beitrag werden zunächst die wichtigsten Schlüsselbegriffe, die mit der interkulturellen Ausrichtung jeglichen Fremdsprachenunterrichts zusammenhängen, angesprochen, und wird das Lernziel 'interkulturelle kommunikative Kompetenz' analysiert. Danach wird der Frage nachgegangen, welche Kriterien für die Auswahl von kulturellen Inhalten und Lernaufgaben zur Verfügung stehen und wie der interkulturelle kommunikative Lernprozess sich stufen lässt. Der Beitrag distanziert sich vom traditionellen Kulturkundeunterricht und erklärt, warum die bisherige lehrergesteuerte Sprach- und Kulturpädagogik durch eine lerner(mit)gesteuerte, auf den Erwerb interkultureller kommunikativer Kompetenz abzielende Vorgehensweise zu ersetzen sei.

Die Motivation von DaF-Lernenden an Sprachlehrinstitutionen im Bielefelder Raum: Projektbeschreibung und erste Ergebnisse

In dem vorgestellten Projekt wird erforscht, welche Motivationsprofile „Deutsch als Fremdsprache"-Lernende aufweisen, und ob und inwieweit sich Lernende verschiedener Institutionen im Bielefelder Raum in ihrem Motivationsprofil unterscheiden. Untersucht wurden 22 Lernende aus einem DaF-Kurs der Sprachenschule BiBiS in Bielefeld, 20 Studierende in einem DSH-Vorbereitungskurs an der Universität Bielefeld und 24 Teilnehmer eines ERASMUS-Sprachkurses ebenfalls an der Universität Bielefeld. Dieser Beitrag beschäftigt sich in erster Linie mit den Lernenden aus der ERASMUS-Gruppe und beschreibt detailliert das forschungsmethodische Vorgehen im Rahmen des Projekts.


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Kurzfassungen der Beiträge.
Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht [Online], 7 (1), 1 p. Available: http://www.spz.tu-darmstadt.de/projekt_ejournal/jg_07_2/beitrag/abstra18.htm (1. Mai 2002)

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