„Ei, wie schmeckt
der Coffee süße ...“
Die Gestaltung des Themas „Essen und Trinken“ im
interkulturellen Deutschunterricht
Alexandra Zimmermann
Das Thema Essen
und Trinken ist ein Bereich der Landeskunde, in dem fremdkulturelle Erfahrung
so konkret am eigenen Leib erlebt werden kann wie in keinem anderen: durch
unmittelbare körperliche Einverleibung.
Für die
Vermittlung einer Kultur bedeutet dies eine große Chance. Statt wie gewöhnlich
nur Gesichtssinn und Hörsinn anzusprechen, können hier alle fünf Sinne, nämlich
auch zusätzlich Geschmackssinn, Geruchssinn und Tastsinn zum interkulturellen
Erkenntnisgewinn herangezogen werden.
Diese
grundsätzlich holistische Annäherung an den Fremdsprachenlerner ist ja vielen
neueren, alternativen Strömungen innerhalb der Fremdsprachendidaktik gemeinsam.
Zu nennen wären hier insbesondere Konzepte wie Suggestopädie, Dramapädagogik
oder „Total Physical Response“.
Analysiert man die
Präsentation des Themas Essen und Trinken in nordamerikanischen Lehrwerken
(Grund- und Mittelstufe), so wird deutlich, dass die großen Potentiale, die
dieses Thema für den interkulturellen Fremdsprachenunterricht bietet, zum
gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgeschöpft werden.
Selten fehlt zwar
der obligatorische „Bestelldialog“ in Gasthaus oder Café mit gleichzeitig abgedruckter
authentischer Speisekarte, und relativ zahlreich sind die kulturkundlichen
Texte zu bestimmten Lebensmitteln (deutsches Brot), zu traditionellen
Festtagsspeisen (Weihnachtsgans) oder zum System der Mahlzeiten (Frühstück -
Mittagessen - Kaffe und Kuchen - Abendessen). In der Art eines
Touristenführers, manchmal als „Infobox“ vom Haupttext abgetrennt, werden neben
landeskundlichen Informationen (Einkaufsmöglichkeiten in der deutschsprachigen
Welt) auch manchmal interkulturelle Orientierungshilfen angeboten (In der
deutschsprachigen Welt können sich völlig Fremde einen Tisch in einem Gasthaus
teilen), doch überwiegen hier oft rein pragmatisch orientierte und oftmals
stereotypische Darstellungen. [1]
Wie nun das Thema
Essen und Trinken fast immer im Sinne eines kommunikativen,
handlungsorientierten Fremdsprachenunterrichts für die Einübung der
Sprechhandlung „Eine Bestellung in einem Gasthaus und Café aufgeben“
funktionalisiert ist (schmeckt denn den Fremdsprachenlernern der Kaffee
wirklich noch, der nach hundertfacher Bestellung doch wohl ein wenig kalt
geworden sein muss?), so wird es innerhalb der grammatikalischen Progression
mit großer Konstanz mit der Einführung des Akkusativs verbunden, auch der
gedeckte Tisch wird gern dazu verwendet, positionsbestimmende Präpositionen
einzuüben.
Claire Kramsch
betont, wie wichtig es bei der Arbeit mit authentischen Texten im
Fremdsprachenunterricht sei, die Intention des Textproduzenten mit der
Interpretation des Textrezipienten in Übereinstimmung zu bringen, also nicht
den authentischen Text etwa zu einer Grammatikübung umzufunktionieren:
For example, a German menu
is a genuine piece of cultural realia, but if I use it in the classroom to
practice reading prices or to learn the endings of adjectives, I have not used
it in the way the restaurant manager had intended nor the way native customers
do when they go to that restaurant (Kramsch 1993: 178).
-2-
Es ist also
höchste Zeit, dem Thema Essen und Trinken den Status eines autonomen
Kulturthemas im interkulturellen Fremdsprachenunterricht zu gewähren und es aus
der Opferrolle des gefundenen Fressens für Akkusativ und Adjektivendungen zu
befreien.
Inzwischen sind ja
die „Gestalter“ des interkulturellen Deutschunterrichts in der glücklichen
Lage, auf sehr reichhaltige Forschungsergebnisse zum Thema Essen und Trinken
zurückgreifen zu können, die ja von den Kulturwissenschaften in der
deutschsprachigen Welt, besonders von der kulturwissenschaftlichen Forschung
innerhalb der interkulturellen Germanistik in den vergangenen Jahren zur
Verfügung gestellt worden sind (vgl. Wierlacher/Neumann/Teuteberg 1993 und
1997; Wierlacher/Neumann/Wild 2001).
Die Gestaltung des Themas Essen und Trinken
im interkulturellen Fremdsprachenunterricht muss sich also an diesen
Forschungsergebnissen orientieren und sollte sich von ihnen inspirieren lassen.
Im Folgenden soll
der Versuch unternommen werden, die großen Potentiale des Kulturthemas Essen
und Trinken für den interkulturellen Fremdsprachenunterricht zu erschließen und
eine konkrete Unterrichtseinheit zu erarbeiten und vorzustellen.
Dabei wird von
einer Didaktik des Fremdverstehens ausgegangen. Die kulturelle Außenperspektive
wird mit der kulturellen Innenperspektive kontrastiert und
Kulturkontaktphänomene werden auf ihre Eignung als Textgegenstand hin
untersucht.
„Gestalter“ des
interkulturellen Fremdsprachenunterrichts werden daran erinnert, dass ihnen bei
der Textauswahl für den Unterricht eine große Vielfalt von Textsorten zur
Verfügung steht. Auch die diachronische Dimension, das heißt also die
kulturhistorische Dimension des Themas, wird für den Unterricht erschlossen.
Zuweilen wird
angenommen, dass sich kulturorientierter und sprachorientierter
Deutschunterricht als unvereinbare, unversöhnliche Gegensätze gegenüberstehen. Die beiden
Bereiche sind jedoch in der Realität untrennbar miteinander verflochten.
Die künstlich
geschaffene „Dichotomie zwischen Sprache und Kultur“ bezeichnet Claire Kramsch
als „dubious“ – zweifelhaft:
If, however, language is seen as social practice, culture becomes the
very core of language teaching. Culture awareness must then be viewed both as
enabling language proficiency and as being the outcome of reflection on
language proficiency (Kramsch 1993: 8).
Die anfangs
geäußerte Kritik an gegenwärtigen Lehrpraktiken und Lehrwerkskonzeptionen
richtet sich daher ausschließlich gegen die totale Funktionalisierung des
Themas Essen und Trinken für den Erwerb einer kommunikativen und
grammatikalischen Kompetenz im Sprachunterricht und nicht gegen die sprachliche
Erschließung des Themas im Allgemeinen.
-3-
Kulturbedingte
Weltwahrnehmung und Weltinterpretation können sich ja erst im semantischen Netz
der Sprache manifestieren. Eine Kultur spiegelt sich in ihrer Sprache wieder:
Gerade die Lexik, Semantik, Idiomatik und Metaphorik einer Sprache sind ja
oftmals das Tor zum Verstehen einer bestimmten kulturspezifischen Weltsicht.
[...] sprachliche
Systeme sind [...] komplexe Reflexionen kultureller Merkmale. [...] Festzuhalten
bleibt [...], dass Sprache und Kultur untrennbar miteinander verbunden sind,
das heißt, dass es auch im Unterricht kritisch wird, wenn versucht wird, die
beiden zu trennen. (Roche 2001: 31 und 150)
Die von mir am
Ende des Artikels vorgestellten
Unterrichtseinheit wird sich daher auf die von Jörg Roche in seiner „Interkulturellen Sprachdidaktik“
entwickelte interkulturelle Unterrichtsmethodik stützen.
1. Fremdverstehen
1.1 Außenperspektive - Innenperspektive
Übereinstimmend
werden in den neueren Veröffentlichungen zur Interkulturellen Sprachdidaktik
und zur Didaktik des Fremdverstehens folgende Zielvorstellungen für den
interkulturellen Fremdprachenunterricht formuliert:
Bereitschaft und
Fähigkeit zu Perspektivenwechsel, Perspektivenübernahme und Koordinierung von
Außenperspektive und Innenperspektive (Roche 2001: 42 und 154;
Bredella/Meißner/Nünning/ Rösler: 2000: XX, XXX, XLIV und 108).
Der Erwerb einer
interkulturellen Kompetenz eines Fremdsprachenlerners wird als langwieriger
Prozess beschrieben, der von einer Bestätigung vorgefasster Meinungen und
Stereotypen bis zur Horizontverschmelzung und Auflösung verschiedener
Perspektiven führen könne.
Für einen
lernerzentrierten Unterricht bieten sich daher insbesondere alle Texte
(„Beobachter-Kommentare“) an, in denen Aspekte des Themas Essen und Trinken in
der deutschsprachigen Welt aus einer kulturellen Außenperspektive dargestellt
werden, mit der sich die Lerner möglicherweise ganz oder teilweise
identifizieren können. Diese Texte provozieren spontane Zustimmung oder
spontanen Widerspruch und eignen sich daher besonders als Einstieg in eine
komplexere Unterrichtseinheit. Sie aktivieren die persönliche Erfahrungen des
Lerners und regen zu einem lebhaften
Austausch mit den Mitstudenten an, die entweder die gleiche Außenperspektive
teilen, oder, in multikulturellen Klassen, aus einer kulturell ganz anderen
Außenperspektive berichten (Aktivierungsphase).
In einem weiteren
Schritt können dann aus der Innenperspektive verfasste Texte angeboten werden
(Differenzierungsphase). Auf diese Weise wird es den Lernern erleichtert, einen
allmählichen und bewussten
Perspektivenwechsel zur fremdkulturellen Innenperspektive der Zielkultur
zu vollziehen.
-4-
Da die meisten der
außenperspektivischen Einstiegstexte nicht in der Zielsprache Deutsch
geschrieben wurden, müssen sie entweder in Übersetzung oder in der
Originalsprache präsentiert werden. Hier bieten sich
Beschreibungen aus aktuellen Reiseführern an, aber natürlich kann auch auf die
Tradition der Reiseliteratur und Kultursatire zurückgegriffen werden.
Zu nennen wäre
hier besonders Herbert Rosendorfers populärer satirischer München-Roman Reise in die chinesische Vergangenheit
(Rosendorfer 1993). Die ironische Beschreibung des Münchens unserer Tage,
gesehen durch die Augen des chinesischen Mandarins Kao-Tais aus dem 10.
Jahrhundert n. Chr., hat durch die spielerische Übernahme einer kulturellen
Außenperspektive nicht nur die deutsche Leserschaft amüsiert, sondern nach
Aussagen des Autors auch chinesische Deutschlerner begeistert und zu lebhaften
kulturreflektierenden Diskussionen geführt.
Bei der Auswahl
der passenden kulturellen Phänomene aus dem Bereich Essen und Trinken, die den
Lernern präsentiert werden sollen, ist es weiterhin von Vorteil, zunächst ein
Phänomen zu wählen, das als Resultat eines Kulturkontaktes zwischen
Lernerkultur und Zielkultur bertrachtet werden kann. Die Lerner können durch
die bewusste Wahrnehmung des Vertrauten das Fremde entdecken. Zusammenhänge können so erschlossen werden,
die bislang gedanklich als voneinander isolierte Phänomene wahrgenommen wurden.
Als Beispiel soll
das Phänomen des nordamerikanischen „bagel“ dienen, das in seiner
jüdisch-aschkenasischen Tradition auf seine Ursprünge in der jiddisch- und
deutschsprachigen Welt verweist. In diesem Bewusstwerdungsprozess ist es
durchaus angemessen, in der strukturellen Differenzierungsphase die Lerner auf
etymologische Zusammenhänge hinzuweisen und sprachvergleichende Überlegungen
anzuregen, denn die eingehende sprachliche Analyse besitzt hier einschlägigen
kulturellen Erkenntniswert.
Auch die
pennsylvanisch-deutsche Küche, mit der nordamerikanische Studenten aus Regionen
mit mennonitischer oder amischer Bevölkerung mit größter Wahrscheinlichkeit in
Kontakt gekommen sind, lässt sich mit Speisen aus der deutschsprachigen Welt in
Beziehung setzen. Als typische Phänomene eines komplexen Kulturkontaktes wären
weiterhin Küchen wie die elsässische Küche oder die Küche Transsylvaniens zu
nennen.
2. Kulturhistorische Dimension
Kulturelle
Phänomene aus dem Bereich Essen und Trinken sind das Ergebnis eines
dramatischen kulturhistorischen Prozesses, der permanent im Wandel begriffen
ist.
In den
nordamerikanischen universitären Kursprogrammen ist sehr oft die Rede von der
deutschen Kultur der Gegenwart („contemporary German culture“). Es ist sicherlich
wichtig, den Lernern der Grund- und Mittelstufe parallell zur sprachlichen
Kompetenz zugleich eine kulturelle Kompetenz der deutschen Gegenwartskultur zu
vermitteln, um ein „Überleben“ während eines ersten Landesaufenthaltes zu
garantieren. Aber selbst ein
guter Reiseführer kann diese kulturellen Orientierungshilfen geben.
-5-
Aufgabe eines
universitären Kulturunterrichts sollte es jedoch sein, auch über das „Warum“
Auskunft geben zu können, und so kulturellen Phänomenen der deutschen
Gegenwartskultur eine kulturhistorisch fundierte Tiefe zu verleihen.
Zur
kulturhistorischen Erforschung des Bereichs Essen und Trinken stehen zum
gegenwärtigen Zeitpunkt zahlreiche Forschungsergebnisse zur Verfügung:
Trude Ehlerts
minutiöse Arbeit über die mittelalterliche Küche (2000; Bitsch/Ehlert/von
Ertzdorff 1987), die zivilisationsgeschichtliche Analyse der mittelalterlichen
und frühneuzeitlichen Tischsitten des Soziologen Norbert Elias (1978) [1936],
Wolfgang Schivelbuschs hintergründige Geschichte der Genussmittel (1980), um
hier nur einige zu nennen.
Die
Kulturgeschichte einzelner Nahrungsmittel wie Kaffee, Kartoffeln [2] oder
Zucker (vgl.Olbrich 1989; Mintz 1987) weist in ihrer kulturhistorischen
Bedeutung weit über sich hinaus und bietet fremdkulturellen Lernern einen guten
Einblick in die Kultur-, Literatur- oder Wirtschaftsgeschichte der
deutschsprachigen Welt innerhalb des europäischen Kontextes.
Für den
interkulturellen Deutschunterricht ungenutzt blieben bislang auch die Werke der deutschen „Gastrosophen“ Eugen
von Vaerst (1975 [1851]), Antonius Anthus (1962 [1838]) und Karl Friedrich von
Rumohr (1978 [1822]) [3]. Obwohl das Werk Geist
der Kochkunst des Goethe-Freundes von Rumohr noch drei Jahre vor Jean
Anthelm Brillat-Savarins weltberühmten Physiologie
du goût (1976 [1825]) veröffentlicht wurde und Autoren wie Stifter, Keller, Fontane und
Sternheim beeinflusst hat (siehe Wierlacher 1987: 43-44), ist es von der
breiten Öffentlichkeit in Deutschland nicht rezipiert worden. Die
Interpretation dieser Tatsache wäre allein schon ein interessanter Ansatzpunkt
für den interkulturellen Erkenntnisgewinn.
3. Vielfalt der Textsorten und Medien
An dieser Stelle
soll daran erinnert werden, welch breites Spektrum an verschiedenen Textsorten
uns zum Thema Essen und Trinken zur Verfügung steht. Auch auf die zahlreichen
Alternativen zum Medium „Text“ sei hier kurz hingewiesen.
a. literarische Texte
Die deutsche
Literatur, besonders die Nachkriegsliteratur, ist reich an vielversprechenden
Texten. Um nur zwei ihrer prominentesten Vertreter zu nennen: Sowohl Günter
Grass als auch Heinrich Böll machen ausführlich Gebrauch von diesem Thema und
seiner symbolischen Dimension. Zum Beispiel fungiert nach Wierlacher (1987: 215
ff.) Brot im frühen Werk Heinrich Bölls als der Prototyp des nährenden
Nahrungsmittels, das Gemeinschaft und Solidarität zwischen den Teilnehmern
einer Mahlzeit stifte und daher selbst symbolisch die Bedeutung des heiligen
Sakraments annehmen könne. Später, in Bölls Roman Gruppenbild mit Dame, werde diese Bedeutung des Brotes profaniert
und interessanterweise vom Kaffee übernommen.
-6-
Günter Grass habe
diesem Thema einen ganzen Roman gewidmet: Der
Butt. In einer ironisch-gründlichen Auseinandersetzung mit der Emanzipation
der Frau werde durch die Jahrhunderte das Verhältnis von neun weiblichen
Köchinnen zu ihren männlichen Lebenspartnern beschrieben. Die
Menschheitsgeschichte werde als Geschichte des Hungers erzählt und das einfache
Mahl im Rahmen eines antibürgerlichen Küchenkonzeptes als das ideale Mahl gepriesen.
Thematisierungen
des Bereichs Essen und Trinken in der Literatur öffnen dem fremdkulturellen
Leser gleichzeitig den Zugang zu einem anderen Kulturthema, dem Kulturthema der
Fremdheit, wie Tanja Kodisch am Beispiel des europäischen Märchens aufzeigt (1997).
Am Esstisch werde nämlich so deutlich wie in nur wenigen anderen Bereichen
kulturelle Identität geschaffen.
Zusammenfassend
bleibt festzuhalten, dass eine thematische, auf das Kulturthema Essen und
Trinken bezogene Textauswahl eine Reihe literarischer Texte oder
Textausschnitte für den Fremdsprachenunterricht fruchtbar machen kann, die
bisher von der traditionellen fremdsprachlichen Literaturdidaktik weitgehend
vernachlässigt worden sind.
b. explanative / informative Sachtexte
Diese Gruppe von Texten
ist in den deutschen Lehrwerken Nordamerikas zum gegenwärtigen Zeitpunkt am
besten vertreten. Anzuführen sind
hier natürlich alle authentischen Textmaterialien, also etwa Enzyklopädien oder
Sachwörterbüchern entnommene Artikel oder Gebrauchstexte aus der
deutschsprachigen Welt wie Speisekarten oder Anzeigentexte.
Dabei erweisen
sich diejenigen Texte in Lehrwerken am attraktivsten, die ansprechende
Ergebnisse einer sorgfältigen Recherche aufzeigen, wie zum Beispiel die
„Geschichte des Gummibärchens“ aus Impulse
(Crowner/Hill 1998: 109 ff.) oder die eindrucksvolle Liste der 24 verschiedenen
Arten, einen Kaffee in einem Wiener Kaffeehaus zu bestellen, aus Neue Horizonte (Dollenmayer/Hansen 1999:
417- 418). Authentische Materialien wie Speisekarten oder Anzeigentexte sind in
Lehrwerken dagegen sehr kurzlebig (Preise! - kulinarische Modeerscheinungen!)
und sollten in möglichst aktueller Form vom Dozenten/von der Dozentin selber
präsentiert werden.
c. Rezepte aller Art
Aus linguistischer
Sicht ist der Textsorte „Kochrezept“ bereits einiges Interesse entgegengebracht
worden (Sandig 1970; Fleischer 1979: 25; Mattheier 1993: 249 ff.). Für den
interkulturellen Fremdsprachenunterricht sind jedoch die Potentiale dieser
Textsorte bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Es steht uns ein erstaunlicher
Schatz an Rezeptesammlungen und Kochbüchern seit dem Mittelalter zur Verfügung,
um eine bestimmte geographische Region oder historische Epoche aus
soziologischer und kulturhistorischer Sicht zu charakterisieren, sei es nun die
süddeutsche Klosterküche oder die fürstliche Küche des Mittelalters (siehe
Ehlert 1991), die bürgerliche Küche der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie
sie etwa im Haushalt Goethes (Metzler 1978: 61-70) oder der Brüder Grimm
(Stubenvoll 1984) gepflegt wurde, die proletarische Küche der Arbeiterschaft
(Blank 1975 [1882]) oder die magere Küche während der Hungerjahre nach 1945
(Schmidt/Kals 1985).
-7-
d. Interviews
Die in Lehrwerken
überaus beliebten Statistiken über Ess- und Trinkgewohnheiten der deutschsprachigen
Welt haben sicherlich ihre Berechtigung, vorausgesetzt, dass sie nicht über die
Maßen strapaziert werden und nicht mehr Verwirrung als kulturelle Erkenntnis
schaffen.
Um Lernern schwer
zugängliche und stark dem Wandel der Zeit unterworfene landeskundliche
Informationen aus erster Hand zu liefern, bietet es sich an, Interviews mit
Informanten durchzuführen und für den Unterricht aufzubereiten. Lohnend wäre
das zum Beispiel für die Themen „Unterschiedliche deutsche Kochstile zwischen
den Generationen“ oder „Ess- und Trinkgewohnheiten ethnischer Minderheiten in
der deutschsprachigen Welt“.
Die Dialogstruktur
und der persönliche Charakter dieser Textsorte wird die Bereitschaft der Lerner
erhöhen, sich selber in den interkulturellen Dialog einzuschalten.
d. Web-Seiten
Leider ist mir zum
gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine umfassende Zusammenstellung relevanter
Web-Seiten möglich. Hingewiesen sei auf die hervorragende Webseite des
Marburger Sprachwissenschaftlers Thomas Gloning, der eine umfassende Sammlung historischer
Kochbücher und Ernährungslehren (bis zum Jahr 1800) als elektronische Texte
einer weiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat [4]. Die Webseite beinhaltet
außerdem umfassende Bibliographien von Büchern über die Geschichte des Kochens
und der Kochkunst, über Ernährung sowie einzelne Lebensmittel und Speisen unter http://staff-www.uni-marburg.de/~gloning
Die Dr. Rainer
Wild-Stiftung für gesunde Ernährung gewährt auf ihrer Web-Seite den Besuchern
kostenlos Einblick in die Mitteilungshefte des Internationalen Arbeitskreises
für Kulturforschung des Essens. Hier finden sich
die neuesten Forschungsergebnisse aus der Kulturforschung des Essens und
Trinkens, aus der Ernährungsphilosophie, der Lebensmittellehre und des
Food-Designs: http://www.gesunde-ernaehrung.org/de/.
f. Filme und Videos
In den vergangenen
fünfzehn Jahren wurde eine Reihe von international erfolgreichen Spielfilmen
über das Thema Essen und Trinken gedreht. Erinnert sei hier nur kurz an Babette’s Feast(Gabriel Axel 1988, USA), Como agua para chocolate (Alfonso Aran 1992, Mexiko), Eat Drink Man Woman (Ang Lee 1994,
Taiwan), Chocolat (Lasse Hallström
2000, UK und USA) und schließlich die neueste deutsche Ergänzung Bella Martha – USA: Mostly Martha (Sandra Nettelbeck 2001, Italien und Deutschland). Diese
den Bereich des Essens und Trinkens durchgehend ästhetisierenden Filme bieten
sich der interkulturellen Analyse an (zum Beispiel: die Funktion des Familientisches, die Rolle des
Essensspenders, Erotik und Essen)
-8-
4. Manifestationen in der deutschen Sprache
Wie in den
einleitenden Überlegungen dargelegt, sind Kultur und Sprache untrennbar
miteinander verbunden. Das System der deutschen Sprache selbst (die „langue“)
mit seinen vielfältigen Paradigmen zum Thema Essen und Trinken liefert uns
unschätzbare Hinweise auf die Merkmale dieser Kultur.
Der deutsche
Sprachatlas der deutschen Gegenwartssprache (Eichhoff 1978) zeigt zum Beispiel
die große Zahl regionaler Bezeichnungen für „Brötchen“ auf: „Semmel“, „Wecken“,
„Kipf“ usw.. [5] Könnte man einem Deutschlerner den für die Kultur der
deutschsprachigen Welt so einflussreichen Regionalismus überhaupt anschaulicher
erklären? Und wird durch dieses Phänomen in der deutschen Sprache nicht
gleichzeitig die große Bedeutung des Nahrungsmittels „Brot“ für die Esskultur
dieses Kulturraumes offenbar?
Auch die Wahl der
Metaphern [6] bei traditionellen Speisebezeichnungen kann kulturbedingt sein. In der türkischen
Küche gibt es zum Beispiel eine überaus beliebte Süßspeise, „Kadingöbegi“ („Frauenbauchnabel“) genannt. Ein
derartiger Bildspender würde in den deutschsprachigen - wohl auch in den
nordamerikanischen! - Kulturräumen für eine Speisebezeichnung wohl eher
befremdlich wirken. Metaphorische Speisebezeichnungen, die vielleicht ein
universales Phänomen in allen Sprachen darstellen, finden sich jedoch auch
zahlreich in der deutschsprachigen Welt („Bienenstich“, „Spätzle“, „Errötende
Jungfrau“, etc.). Es könnte sich daher - besonders in multikulturellen
Deutschklassen - als reizvoll erweisen, sie mit denen anderer Kulturen zu
vergleichen.
Deutsche
Speisebezeichnungen wie „Nonnenfürzle“ oder „Bubaspitzle“ werden durch ihre
tabuverletzende Bildlichkeit bei fremdkulturellen Lernern sicherlich
kulturkommentierende Reaktionen provozieren.
Neben diesen
onomasiologischen Verfahren ist besonders auch die umgekehrte Richtung, nämlich
eine semasiologische Vorgehensweise zu empfehlen, denn der Bereich Essen und
Trinken dient seinerseits in der deutschen Sprache der Gegenwart auf vielfache
Weise selber als mächtiger Bildspender: Man denke etwa an die zahlreichen
Vergleichsbildungen für die Bezeichnung von Farben und Farbschattierungen
(himbeerrot, zitronengelb etc.- Modesprache!) oder für die Bezeichnung von
Körperteilen („Pfirsichhaut“, „Kirschmund“, „Wurstfinger“, etc.).
Etwa 90 idiomatische
Wendungen, die in der deutschen Sprache der Gegenwart aktiv benutzt werden,
verdanken ihre zuweilen sehr drastische Bildlichkeit dem Bildfeld Essen und
Trinken („den Braten riechen“, „jemanden in die Pfanne hauen“, „ein Haar in der
Suppe finden“, „alles in einen Topf werfen“). Diese idiomatischen Wendungen
lassen sich nicht nur als lexikalisierte Einheiten der deutschen Sprache der
Gegenwart auf vielfältige Weise didaktisieren (Definitionsspiele, szenische
Darstellungen), sondern sind auch oft in Hinblick auf ihre kulturhistorische
Dimension von starker Aussagekraft.
Wie viele andere
lässt sich die idiomatische Wendung „Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen“ bis
ins Mittelalter verfolgen. Es ist eine Warnung davor, mit den mächtigen Herren
zu vertraulich zu werden, denn wenn man mit ihnen Kirschen isst, dann könnten
sie einem die Kerne ins Gesicht spucken (siehe Röhrich 1991).
-9-
Oder hinter der
idiomatischen Wendung „in Teufels Küche kommen“ steht die christliche
mittelalterliche Vorstellung von der Teufelsküche, in der die armen Sünder auf
verschiedene Weise als „Satansbraten“ zubereitet werden.
Warum sollten wir
unseren Lernern diese kulturhistorischen Details vorenthalten, die sicherlich
in hohem Maße dazu geeignet sind, zu einer interkulturellen und
kulturhistorisch orientierten Diskussion
im Deutschunterricht anzuregen?
5. Bezug auf die außersprachliche Wirklichkeit
Am eigenen Leib
lernen: Diese Möglichkeit, die das Thema „Essen und Trinken“ immer in sich
birgt, wurde anfangs als große Chance bezeichnet, eine Kultur zu vermitteln. Untersuchung des
Warenangebotes, gemeinsames Kochen einer historischen oder ansonsten kulturell
besonders relevanten Mahlzeit, kreatives Konzipieren einer Mahlzeit, Kosten und
detailliertes Bewerten einzelner Speisen und Nahrungsmittel - die Liste der
unterrichtsbegleitenden Aktivitäten, die eine sinnliche Wahrnehmung
stimulieren, ist lang.
Das konkrete
Erleben einer Speise darf jedoch nicht isoliert und kontextlos vor sich gehen,
sondern muss im konzeptuellen Rahmen eines bestimmten Projektes
funktionalisiert sein. Sinnliches Erleben
und kognitiver Erwerb kulturellen Wissens müssen sich bei Projekten dieser Art
in einem wechselseitigen Erkenntnisprozess vereinen, denn sowohl die kognitiven
als auch die sinnlichen Wahrnehmungspotentiale unserer Lerner müssen ganz
ausgeschöpft werden.
Wenn wir es also
ernst nehmen mit der Relevanz des „Kulturthemas Essen und Trinken“ für den
interkulturellen Deutschunterricht, so müssen für seine Entwicklung die
gleichen Lehr- und Lernbedingungen geschaffen werden wie für andere
Kulturthemen wie Musik und Kunst.
Oder würde man
etwa einen Kurs über deutsche Musik lehren, ohne ein einziges Musikbeispiel
vorzuspielen?
Aber auch
andererseits: Würde man - wie das bei der Darreichung von kulinarischen
Kostproben im Deutschunterricht so üblich ist („Das ist eine typisch deutsche
Spezialität“ - Ende des Kommentars) - den ersten Satz der 5. Symphonie von
Beethoven im Klassenzimmer vorspielen, mit dem lapidaren Kommentar: „Das ist
typisch deutsche Musik“?
6. Thematische Unterrichtseinheiten
Wie oben erwähnt,
möchte ich das vier(fünf)phasige Methodikmodell verwenden, das Jörg Roche in
seiner Interkulturellen Sprachdidaktik
für den Unterricht empfiehlt (2001: 175).
Wenn auch die
Themen aus dem Bereich Essen und Trinken weniger kontroverse Ansatzpunkte
bieten als die in Für und Widersprüche
(Roche/Webber 1995) angeführten Themen (wie etwa das Thema „Gewalt und Widerstand“), so erweist sich
doch dieses Modell auch zum Thema Essen und Trinken in hermeneutischer und
lernpsychologischer Hinsicht als fruchtbar:
-10-
1. Die Aktivierungsphase (Vorentlastung)
- ermöglicht es den Lernern, ihre ersten Reaktionen
auf das Thema des Kapitels zu formulieren, zu ordnen und die
Relevanz für sie herzustellen .[...]
2. Die thematische
Aktivierungsphase (der erste Haupttext oder eine Sammlung von kürzeren Texten)
- gibt
eine bestimmte Perspektive zum Thema wieder, die die Ansichten, Meinungen
und Einstellungen der Lerner herausfordert oder bestätigt und damit
zu weiterer Exploration führt. [...]
3. Die strukturelle
Differenzierungsphase (Kontextualisierung/ Spezialisierung)
- stellt verschiedene Hilfmittel zur
Bearbeitung der Aufgaben des Kapitels zur Verfügung:
Informationsquellen, Methoden, Techniken und Strategien für den vertieften Umgang
mit dem Thema wie zum Beispiel Grammatik, Wortschatz und Lernstrategien
(technische und strukturelle Aspekte des Sprachenlernens). [...]
4. Die Expansionsphase (der zweite
Haupttext)
- vervollständigt die thematische Differenzierung in
Bezug auf Information, Spezifik
und /oder Perspektive. Sie führt eine neue Perspektive ein, um die (inhaltliche)
Diskussion auf eine höhere Ebene zu bringen [...]. Deduktives Denken tritt hierbei in den
Vordergrund. Das sprachliche Repertoire wird durch
zusätzliche Begriffe und Strukturen verfeinert und entsprechend geübt. [...]
5. In der Integrationsphase
(Gegenüberstellung) wird das zuvor erreichte Diskussions- und
Wissensniveau einer weiteren, normalerweise deutlich kontroversen Perspektive
gegenübergestellt, und zwar in einem anderen Genre. [...]
Anmerkungen
[1] Zur Kritik am
reduzierten Kulturverständnis
nordamerikanischer Deutsch-Lehrwerke siehe Roche 2001: 146-147.
[2] Höchst aufschlussreich sind hier die Ausführungen des Grafen Rumford,
amerikanischer Innenminister im Dienste des bayerischen Kurfürsten (ebenfalls Erfinder des Rumford Kamins und Initiator
des Englischen Gartens in München) über den Versuch, die Kartoffel zur Speisung der Armen in München einzuführen:
(Auch Günter Grass’ Protagonistin Amanda Woyke nimmt im Butt kritisch zu Rumford Stellung). Siehe: Rumford [Benjamin
Thompson] 1970 und Larsen 1961.
-11-
[3] Hier zur Kostprobe ein in mancher Hinsicht
aufschlussreiches Zitat. Es beschreibt die zeitgenössische
drohende Gefahr einer zu liberalen Kindererziehung nach Jahren eines zu strengen Regiments des Hausvaters: „Die
Hausfrau, wahrscheinlich eine Schriftstellerin, durchliest [...] einen Korrekturbogen und vergisst allem Anschein nach
über solchen idealischen Dingen die Realität des täglichen Brotes. Der Gatte hingegen scheint nur auf die schnellst
mögliche Befriedigung seines Heißhungers Bedacht zu nehmen. Ungekämmte, nur halbgewaschene Kinder nagen an den Knochen, stoßen die
Näpfe und Schüsseln über den Haufen
und besudeln sich selbst und andere“ (Rumohr 1978 [1822]: 189).
[4] Den Hinweis auf diese Webseite erhielt ich
vom Internationalen Arbeitskreis für Kulturforschung des Essens, Dezember 2000: 51.
[5] Eine gesamte Sektion in diesem zweiten Band des Wortatlasses ist
regionalen Speisebezeichnungen im deutschsprachigen Kulturraum gewidmet (Berliner Pfannkuchen, Napfkuchen, Bonbon, Frikadelle,
Lutscher, unter anderen), eine weitere Gemüse- und Obstsorten (Möhre, Porree, Apfelsine, unter anderen). Auch Franz Eppert
bezieht sich in seinem eher fachsprachlich orientierten Lehrbuch auf dieses Phänomen (1994).
[6] Mein
Metaphernbegriff basiert auf Harald Weinrichs Metaphernkonzept (1976).
Bibliographie
Anthus, Antonius. (1962) [1838]. Vorlesungen über
Esskunst. Bern: Scherz.
Berman, Connie & Munshower, Suzanne. (1987). Bagelmania. The „Hole“ Story.
Tucson, Arizona: Ultra Communications, Inc. and Mountain Lion Books, Inc.
Bitsch, Irmgard; Ehlert, Trude & von Ertzdorff, Xenia.
(1987). Essen und Trinken in Mittelalter
und Neuzeit. Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 10.- 13. Juni
1987 an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sigmaringen: Thorbecke.
Blank, Richard (Hrsg.). (1975) [1882]. Das häusliche Glück. Vollständiger
Haushaltungsunterricht nebst Anleitung zum Kochen für Arbeiterfrauen. Zugleich
ein nützliches Hülfsbuch für alle Frauen und Mädchen, die „billig und
gut“ haushalten wollen, neu hrsg. mit Interviews aus Arbeiterfamilien von
Richard Blank. München: Rogner & Bernhard.
-12-
Blue, Lionel & Rose, June. (1979). Vorgeschmack des Himmels. Abenteuer religiöser Kochkunst. München:
Kösel.
Bredella, Lothar & Meißner, Franz-Joseph &
Nünning, Ansgar & Rösler, Dietmar (Hrsg.). (2000). Wie ist Fremdverstehen lehr- und lernbar? Tübingen: Gunter Narr.
Brillat-Savarin, Jean Anthèlme. (1976) [1825]. Physiologie des Geschmackes oder
Betrachtungen über transzendentale Gastronomie, theoretisches, historisches und
zeitgemäßes Werk, allen Pariser Feinschmeckern gewidmet von einem Professor,
Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften. München: Heyne.
Crowner, David & Hill, Klaus. (1998). Impulse. Kommunikatives Deutsch für die Mittelstufe. Boston:
Houghton Mifflin.
Davidis, Henriette. (1975) [1844]. Praktisches
Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche, bearbeitet nach der
Originalausgabe von Roland Göök. (3. Aufl.). München: Heyne.
Dollenmayer David B. & Hansen, Thomas S. (1999). Neue Horizonte. Fifth Edition. Boston:
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Copyright
©
2005 Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht
Zimmermann, Alexandra. (2005). „Ei, wie schmeckt
der Coffee süße ...“ Die Gestaltung des Themas „Essen und Trinken“ im
interkulturellen Deutschunterricht. Zeitschrift für
Interkulturellen
Fremdsprachenunterricht [Online], 10 (1), 16 pp. Abrufbar unter
http://www.ualberta.ca/~german/ejournal/Zimmermann1.htm
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