Sprachlernberatung:
Einführung in den Themenschwerpunkt
Grit Mehlhorn und Karin Kleppin
Im Zuge der Diskussion zu selbstgesteuertem Fremdsprachenlernen taucht
immer wieder die Forderung nach einer individuellen Sprachlernberatung als
begleitende Unterstützung auf dem Wege zu mehr Lernerautonomie auf. Die Zahl
der Institutionen, die Sprachlernberatung anbieten, ist in den letzten Jahren
stark angestiegen und steigt weiter. Der große Bedarf an Fortbildung in diesem
Bereich war auch der Grund für die Durchführung der Fachtagung
"Sprachlernberatung" [1] vom 23. bis 25. Juni 2005 in Bochum. Die
vorliegenden Aufsätze sind aus dieser Fachtagung hervorgegangen. Die Autorinnen
und Autoren sind v.a. praktizierende Sprachlernberatende in der Erwachsenenbildung,
die gute Praxisbeispiele weitergeben möchten, aber auch theoretische Grundlagen
der Sprachlernberatung diskutieren und Möglichkeiten der Begleitforschung
aufzeigen.
Allgemeines Ziel von Sprachlernberatung ist es, Lernende in ihrem
Fremdsprachenlernen in einer Reihe von Lernumgebungen (z.B. beim Sprachenlernen
im Tandem, in Selbstlernzentren, beim Distanzlernen) zu unterstützen,
Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen und für sie effiziente
Lernwege zu finden. Beratende erreichen diese Aufgabe, indem sie Lernenden
helfen, ihre Fähigkeit zu entwickeln,
· eigene Lernziele und
-gegenstände zu bestimmen,
· Lernstrategien, Materialien und soziale Arbeitsformen auszuwählen,
· sich ihre Motive und Einstellungen zum Lernen bewusst zu machen,
· ihre Fortschritte zu verfolgen, ihre Ergebnisse zu evaluieren und
· dabei Motivation und Selbstwirksamkeit aufzubauen.
1. Arten von Sprachlernberatung
Aus den Beiträgen in dieser Ausgabe ist ersichtlich, dass bereits ein
diversifiziertes Angebot an Sprachlernberatungen existiert. Neben individueller
Beratung für das Sprachenlernen im Tandem, studienbegleitender Lernberatung,
Beratung für Studierende in Sprachlernzentren und tutorieller Betreuung beim
Lernen mit Online-Sprachprogrammen gibt es an einigen Standorten auch
Beratungsangebote für spezielle Zielgruppen (z.B. ostasiatische Studierende,
Doktoranden, Studierende an einer zweisprachigen Universität) und Beratung zu
bestimmten Fertigkeiten bzw. Sprachlernbereichen (z.B. zum wissenschaftlichen
Schreiben und zur Aussprache).
Sprachlernberatung kann in individueller Form mit einem Lernenden
stattfinden, aber auch in Lerngruppen als Peer-Besprechung (vgl. Helmling 2005
und in dieser Ausgabe)
[2] sowie im Fremdsprachenunterricht; im letzteren Fall
spricht man jedoch eher von "Beratungselementen" (vgl. Kleppin 2001; Hoffmann in dieser Ausgabe). Individuelle Sprachlernberatung kann
kursunabhängig (vgl. Mehlhorn, erscheint) oder kursbegleitend (vgl. den Beitrag
von Claußen und Peuschel in dieser Ausgabe) erfolgen. Häufig ist
Sprachlernberatung Bestandteil eines didaktisch gestalteten Umfeldes [3], z.B. zum
Fremdsprachenlernen im Tandem (vgl. Schmelter 2004 sowie Brammerts in dieser
Ausgabe) und/oder in Selbstlernzentren [4]
(vgl. die Beiträge von Langner sowie
Skowronek in dieser Ausgabe). Neben der Präsenzberatung, bei der sich Beratende
und Lernende face-to-face gegenüber sitzen, wird - v.a. im Rahmen von
Online-Kursen - zunehmend auch Distanzberatung angeboten, bei der sich
Beratende und Lernende an unterschiedlichen Orten befinden und beispielsweise
per E-Mail oder Chat kommunizieren (vgl. Wegele in dieser Ausgabe). Während
eine reine Distanzberatung viele Nachteile in Kauf nehmen muss, können bei
einer Kombination von Präsenz- und Distanzberatung die jeweiligen Vorteile
sinnvoll genutzt werden (vgl. Kleppin in dieser Ausgabe).
-2-
Gemeinsam ist diesen verschiedenen Beratungsformen, dass sie ein
Unterstützungsangebot darstellen, bei dem Lernende zur Reflexion ihres
Sprachlernverhaltens angeregt und Möglichkeiten zur Optimierung des Lernens
gefunden werden sollen. Unterschiede in der Konzeption, Organisation und
Durchführung der Beratung ergeben sich durch die standortspezifischen
Bedingungen, die von Institution zu Institution variieren.
Häufig sind Beratungsangebote zeitlich
begrenzt, z.B.
· während der Erstellung einer wissenschaftlichen Hausarbeit in der
Fremdsprache (vgl. die Schreibberatung des Punktum-Projekts an der Universität
Bielefeld), [5]
· zu Beginn oder während eines Online-Sprachkurses,
· ein Semester, in dem eine neue Sprache gelernt wird.
Nach dieser Zeit sollte der Lernende sich seiner eigenen Lernstrategien und
Sprachlernkompetenzen bewusst(er) sein, alternative Lernwege kennengelernt,
ausprobiert und für sich evaluiert haben und somit insgesamt besser in der Lage
sein, in der Zukunft sein eigenes Lernen selbst zu steuern und zu optimieren.
Natürlich kann das Beratungsangebot auf Initiative des Lerners wieder
aufgenommen werden, wenn dieser Beratungsbedarf sieht.
2. "Autonomie" des Lernenden — Prämisse und Ziel von
Sprachlernberatung
Mit Lernerautonomie ist die Fähigkeit von Lernenden zu selbstgesteuerten
Lernhandlungen gemeint (vgl. Holec 1979). Diese Fähigkeit beruht unter anderem
auf Wissen über das Sprachenlernen, die eigenen Sprachkompetenzen und
Lernstrategien. Wenn die Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe den Begriff
"autonomes Lernen" verwenden, so sehen sie den Lernenden als Person
an, die prinzipiell in der Lage ist, ihr Lernen selbst in die Hand zu nehmen,
auch wenn oder gerade weil sie dabei begleitende Unterstützung in der
Lernberatung sucht.
Es gibt unterschiedliche Grade von Autonomie. Die Ausprägung ist unter
anderem abhängig von der Lerntradition und schulischen Sozialisation, von
erlebtem Fremdsprachenunterricht und weiteren Sprachlernerfahrungen, aber auch
von personalen Faktoren wie Selbstständigkeit, Fähigkeit zur Selbstreflexion
und Sprachlernmotiven. Der Ausbau der Autonomiefähigkeit ist ein
erstrebenswertes Ziel beim Fremdsprachenlernen von Erwachsenen. Die Etablierung
von Selbstlernzentren, virtuellen Sprachlernumgebungen, die Entwicklung von
Selbstlernprogrammen und Distanzlernangeboten ist eben mit diesem Ziel
verbunden.
-3-
Den "Grad" an Autonomie kann man in gewissem Maße bereits daran
ablesen, wie sich ein Lernender in der Sprachlernberatung verhält. "Eher
autonom" wäre jemand, der sich auf Beratungstermine gründlich vorbereitet
und so die Beratungssitzung zu seiner eigenen Kontrolle nutzen kann, wie viel
er gelernt hat, jemand, der durch seine Vorbereitung konkrete Fragen stellen
kann und dadurch mehr "mitnimmt", jemand, der vom Berater Zeit für
sich und seine Fragen einfordert, jemand, der Vorschläge und Strategien, die
ihm nicht sinnvoll erscheinen, offen hinterfragt, der die Kompetenzen des Lernexperten
nutzt und Korrekturen und Feedback einfordert. "Weniger autonom" wäre
jemand, der erwartet, der Berater möge feste Termine vorgeben und für ihn
entscheiden, welche Aufgaben er lösen solle und diese Aufgaben unreflektiert
bearbeitet; jemand, der hofft, dass der Berater ihm etwas
"beibringt". Es liegt auf der Hand, dass der letztgenannte Lerner nur
teilweise über das notwendige Rüstzeug verfügt, um seinen Selbstlernprozess
individuell und produktiv zu gestalten, so dass zumindest zu Beginn des Beratungsprozesses
mehr Anleitung nötig ist. Dabei sollte von Beraterseite jedoch deutlich gemacht
werden, dass Sprachlernberatung auf eine größere Selbstständigkeit und die
Herausbildung einer reflexiven Einstellung zum eigenen Selbstlernprozess beim
Lernenden abzielt.
Da es nicht einen einzigen sinnvollen Lernweg gibt und jeder Lernende ganz
unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringt, findet Sprachlernberatung auch
meist mit einem einzelnen Lerner statt, so dass sich der Berater auf die
individuellen Bedürfnisse dieses Lernenden einstellen kann. Wichtig ist die
Information des Lerners über die Möglichkeiten und Grenzen von
Sprachlernberatung. Dies kann zu Beginn eines Sprachlernprojekts
effizienterweise auch in Lerngruppen erfolgen (vgl. die Beiträge von Langner
und Skowronek in dieser Ausgabe).
3. Vorgehen in der Beratung
Die Dauer einer Beratung variiert in Abhängigkeit vom Beratungsfokus und
-zweck. Die erste Sitzung wird in der Regel v.a. dafür genutzt, durch eine
Sprachlernbiografie die Bedürfnisse des Lerners zu erheben (vgl. Kleppin und
Mehlhorn 2005: 76f. sowie Mehlhorn et al. 2005: 165f.). Diese erfasst unter
anderem die bisherigen Sprachlernerfahrungen, das gegenwärtige Wissen und
Können und den Vertrautheitsgrad des Lernenden mit verschiedenen Lernmedien und
-strategien. Die nachfolgenden Beratungssitzungen sollen dem Lernenden helfen
seine Ziele zu verfolgen, Erreichtes zu reflektieren und positive Schritte zu
gehen um Lernbarrieren zu überwinden. Sie folgen meist einer bestimmten Struktur:
In einer ersten Beratungsphase erfolgt die Selbstevaluation des Lernenden zu
seinem beschrittenen Lernweg (z.B. Lernmaterialien, Lernstrategien) und
erreichten Ergebnissen. Daran schließt sich die Klärung weiterer
Lernschwierigkeiten und Lernziele an, die Besprechung konkreter Lernschritte zu
diesen Zielen sowie die Vorbereitung des nächsten Lernweges und von Kriterien
für die Selbstevaluation (vgl. ausführlicher Mehlhorn et al. 2005: 167ff.).
Die beratende Person kann Lernende dabei unterstützen:
· genaue Vorstellungen und
Ziele zu formulieren,
· Lernschwierigkeiten und mögliche Ursachen zu erkennen,
· die internen und externen Lernvoraussetzungen zu reflektieren,
· Lernziele ggf. in kleinschrittigere Feinziele aufzuteilen,
· Lernmöglichkeiten (z.B. Materialien, Strategien, Lernformen) zu
antizipieren und auszuwählen,
· die antizipierten Lernmöglichkeiten zu erproben, d.h. in Lernhandlungen
umzusetzen,
· die Ergebnisse der Lernhandlungen zu reflektieren und zu evaluieren,
· Lernfortschritte zu erkennen [6]
(vgl. Brammerts, Calvert und Kleppin 2005).
-4-
4. Anforderungen an Beratende
Berater sind mithelfende, begleitende Gestalter des Lernprozesses, die den
Lerner dabei unterstützen, sein eigenes Lernpotenzial zu entdecken und zu
nutzen. Sie verfügen über Fachwissen im Bereich des Zweit- und
Fremdsprachenerwerbs und haben Erfahrung in Lernerautonomie und neuen
Technologien. Die Durchführung von nicht-direktiver Beratung im Sinne des
personenzentrierten, humanistischen Ansatzes von Rogers (1983, 1985) erfordert
vom Berater eine positive Wertschätzung und Akzeptanz des Lernenden als
Grundeinstellung und die Fähigkeit zur Empathie (einfühlendem Verstehen),
Echtheit und Transparenz. Diese Eigenschaften schlagen sich auch in der
Gesprächsführung nieder, wenn der Berater in diesem dialogischen Prozess durch
Nachfragen nach Begründungen und Entscheidungen, Ansprechen persönlicher
Verhaltensweisen des Lerners, Anregen realisierbarer Entscheidungen und
Initiieren von Selbstevaluation den Lerner befähigt, schrittweise Wissen über
sein Lernen zu erwerben und mehr Verantwortung und Kontrolle für sein Lernen zu
übernehmen (zu Gesprächstechniken in der Beratung vgl. Mehlhorn in dieser
Ausgabe). Eine persönliche Ansprache und informatives Feedback sind wichtig, damit
sich der Lerner ernst genommen fühlt. Dies betrifft nicht nur das
Face-to-face-Gespräch, sondern ist auch bei Distanzberatung besonders wichtig.
Kelly (1996) und Riley (1997) diskutieren die Notwendigkeit einer
signifikanten Veränderung in den Einstellungen sowohl von Seiten des Beraters
als auch des Lerners und die Entwicklung spezifischer Kompetenzen um der
Komplexität der Beratungsaufgaben gerecht zu werden. Diese Fertigkeiten müssen
gelernt und praktiziert werden (zu Möglichkeiten einer Beraterausbildung vgl.
Kleppin 2003).
5. Beratungsinstrumente
Zum Erfolg der Sprachlernberatung tragen auch die verwendeten
Beratungsinstrumente bei. Hier ist in der jüngsten Zeit sehr viel Neues
entwickelt und verbessert worden. Ein Beispiel dafür ist der Lernvertrag (auch
Zielvereinbarung; learning agreement). Dieses Instrument haben praktizierende
Beratende v.a. aus der unbefriedigenden Situation heraus entwickelt, dass die
Unverbindlichkeit von Beratungsangeboten häufig dazu führte, dass wenig
zielgerichtet gelernt, vorhandene Lernumgebungen kaum genutzt, vereinbarte
Termine nicht wahrgenommen wurden und Beratungsprozesse im Sande verlaufen
sind, was auf Beraterseite zu Frustration und Verschwendung von ohnehin raren
Beratungskapazitäten führt. Auf Lernerseite entsteht schnell der Eindruck der
Ineffizienz von selbstständigem Lernen und von Sprachlernberatung. Schließlich
wird dadurch auch eine gewisse Geringschätzung der Beratung signalisiert, was
der Etablierung von Beratungskultur nicht gerade förderlich ist.
Der Lernvertrag soll Verbindlichkeit herstellen und für Transparenz in der
Beratungsbeziehung sorgen, indem er die gegenseitigen Vertragsleistungen
expliziert (vgl. Blom 2000). Instrumente wie der Lernvertrag versuchen, das
Geschehen zu Beginn des Beratungsprozesses zu definieren; Graeßner (2001: 10)
spricht dabei von "feed-forward". Inhalt des Lernvertrages können
Lernziele, -gegenstände und -materialien sein, die Leistungen des Lernenden und
des Beraters, ggf. ein Zeitplan, Verfahren zur Evaluierung, Feedback-Kriterien
und geltende Fristen. Ein solcher Vertrag wird nicht als starres Regelwerk
verstanden, sondern bietet die Möglichkeit ständiger Revision, wenn die
Beteiligten das wünschen (ebd., S. 9), ist also Entwicklungen gegenüber offen.
-5-
Ein Beispiel für einen schriftlichen Lernvertrag zu einem Lernprojekt
findet sich im Beitrag von Langner in dieser Ausgabe. In anderen
Beratungskontexten kann auch ein mündlicher Kontrakt ausreichend sein.
Entscheidend ist die Prüfung gegenseitigen Verstehens um Missverständnisse mit
der Folge des beiderseitigen Ressourcenverschleißes zu vermeiden (vgl. Graeßner
2001: 4).
Auf den ersten Blick mag ein Lernvertrag dem nicht-direktiven
Beratungskonzept à la Rogers widersprechen und zu starke externe Kontrolle
implizieren. Dies muss nicht so sein. Viele Lernende erkennen selbst, dass bei
ihnen Fremdsprachenlernen völlig ohne Vorgaben nicht funktioniert. Sie tragen
(häufig unbewusst) die Erwartung an Sprachlernberatende heran, dass diese ihnen
bestimmte Vorgaben machen und ihrem Fremdsprachenlernen einen gewissen
(organisatorischen) Rahmen geben und so gezieltes Lernen ermöglichen. Der
Lernvertrag kommt also dem Wunsch vieler Lernender nach abrechenbaren
Ergebnissen und Lernorganisation entgegen.
Sprachlernberatung sollte grundsätzlich freiwillig sein. Wenn sich Lernende
dafür entscheiden, kann das jedoch zu bestimmten Bedingungen geschehen. Diese
Bedingungen können beispielsweise in einer Informationsveranstaltung zur
Sprachlernberatung transparent gemacht werden, indem die Ziele und
Vorgehensweise in der Lernberatung erläutert werden und den Interessenten klar
gemacht wird, was ihnen geboten wird (u.a. eine professionelle Begleitung ihres
Lernens, konstruktives Feedback eines Lernexperten) und was im Gegenzug von
ihnen erwartet wird (die Einhaltung ihrer Selbstverpflichtung). Lernende
sollten verstehen, dass sie die Verantwortung für ihr Lernen haben, dabei sehr
viel selbst gestalten können und dass die Lernberatung ihren Zweck nur erfüllen
kann, wenn der Lerner auch bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen.
Die in Abschnitt 3 bereits erwähnte
Sprachlernbiografie kann im
individuellen Beratungsgespräch erhoben werden oder vom Lernenden in Form eines
Fragebogens (Beispiele finden sich in den Beiträgen von Langner und
Skowronek
in dieser Ausgabe) noch vor der Erstberatung ausgefüllt werden, so dass sich
der Berater bereits auf die erste Sitzung mit dem Lerner vorbereiten kann. [7]
Darüber hinaus können in der individuellen Sprachlernberatung vielfältige metakognitive
Instrumente zur Anwendung kommen. Im so genannten Lernerlogbuch oder -tagebuch
dokumentiert der Lernende, was er wann wie gelernt hat und reflektiert, welche
Fortschritte er dabei erreicht hat, welche Lernstrategien bei ihm gut
"funktionieren" und welche Schwierigkeiten bzw. Fragen beim Lernen
aufgetreten sind. Diese Aufzeichnungen des Lerners sollen seinen
Reflexionsprozess unterstützen und können zum Ausgangspunkt der nächsten
Beratungssitzung gemacht werden. Das Eingehen auf diese Aufzeichnungen in der
Beratung hat erfahrungsgemäß einen positiven Einfluss auf die Qualität der
Logbücher, da die Lerner einen direkten Nutzen ihrer Aufzeichnungen sehen. Wird
vereinbart, dass die Tagebuchaufzeichnungen vor der nächsten Beratungssitzung
elektronisch an den Berater geschickt werden, kann sich dieser sehr viel besser
darauf vorbereiten. Die Form des Lernertagebuchs sollte dem Lernenden
überlassen werden. Vielen Lernenden liegt es nicht, Tagebuch in Form von
Fließtext zu schreiben. Diesen Lernenden kommt eine tabellarische Form, in der
sie stichpunktartige Einträge vornehmen können, mehr entgegen.
-6-
Checklisten dienen in erster Linie zur Selbstevaluation des Lernenden.
Dabei kann es sich um Checklisten zur Einschätzung der eigenen
Sprachkompetenzen handeln (z.B. in Form von Kann-Beschreibungen) oder auch
Checklisten mit Lernstrategien und -techniken. Dabei kreuzt der Lerner z.B. zu
jeder Strategie an, (a) ob er sie schon eingesetzt hat oder (b) nicht, (c) ob
sie für ihn relevant ist und (d) ob er sie ausprobieren will (für Beispiele
vgl. Mehlhorn et al. 2005). Der Lerner erfährt dabei etwas über sein eigenes
Strategienrepertoire und über alternative Möglichkeiten. Es bietet sich an,
Checklisten mehrmals - zumindest zu Beginn und Ende des Beratungsprozesses -
anzuwenden um Lernfortschritte sichtbar zu machen.
Da Lernberater sich unmöglich alle Details zu jedem Ratsuchenden merken
können, ist es sinnvoll zu jedem Lernenden Beraternotizen anzufertigen, die
Informationen zur Lernerbiografie, zu erkannten Lernschwierigkeiten und
Lernfortschritten enthalten, Vereinbarungen, Termine und ggf. auch Reflexionen
zum Verlauf des Beratungsgesprächs. Werden diese Notizen jeweils im Anschluss
an eine Beratungssitzung vervollständigt, sind sie eine hilfreiche Vorbereitung
für das nächste Beratungsgespräch. Bei Online-Beratung bietet es sich an, für
jeden Teilnehmer ein Betreuungsformular zu führen, das bei Korrekturen hilft,
auf früheres Feedback einzugehen und bei jeder Rückmeldung einen neuen
Schwerpunkt zu setzen (vgl. Wegele in dieser Ausgabe).
Die genannten Beratungsinstrumente erlauben es Beratern, die Lernprozesse
individueller Lernender nachzuvollziehen und machen diese durch die
Dokumentation einer Thematisierung und Reflexion besser zugänglich, was sich wiederum
positiv auf die Qualität der Sprachlernberatung auswirkt.
Berater sollten regelmäßig neue Medien und Materialien untersuchen,
evaluieren und auf den neuesten Stand bringen (vgl. Marx und Langner 2005) um
eine effektive Verwendung der verschiedenen Sprachlernressourcen zu
gewährleisten. Gerade für Sprachlernberater in Selbstlernzentren bietet sich
die Verwendung von Evaluationsbögen zu Lernmaterialien (vgl. Skowronek in
dieser Ausgabe) an, die Lernende nach ihrer Arbeit mit bestimmten Materialien ausfüllen,
so dass Berater Hinweise darauf erhalten, wie Lernende mit diesen Materialien
zurecht gekommen sind und inwiefern diese sich zum Selbstlernen eignen.
6. Forschungsbedarf und -möglichkeiten
Die Autoren dieser Ausgabe sind sich einig in der Notwendigkeit von
Begleitforschung zur Lernberatung (zu konkreten Forschungsfragen vgl. den
Beitrag von Claußen und Peuschel sowie von Schmelter in dieser Ausgabe). Ein
wichtiger Bereich dabei ist Aktionsforschung, die Sprachlernberatende selbst
durchführen mit dem Ziel, ihre eigene Beratungspraxis weiter zu entwickeln und
zu verbessern. Einige der unter 5. genannten Beratungsinstrumente können hier
wertvolle Hilfe leisten und auch als Forschungsinstrumente fungieren. So können
die Beraternotizen, wenn sie um eine selbstreflexive Komponente der beratenden
Person erweitert werden, auch als Berater-Tagebuch dienen (zur Bedeutung des
Tagebuchs als Begleiter von Aktionsforschungsprozessen vgl. Altrichter und
Posch 1998). Auch Fragebögen und Interviews mit einzelnen Lernenden sowie
Lernertagebücher kommen als Forschungsinstrumente in Frage, zumal für
Aktionsforschung die Perspektive der Lernenden unabdingbar ist. Zur
Verbesserung von Gesprächstechniken angehender Berater können Audioaufnahmen
von Beratungsgesprächen wertvolle Hilfe leisten. In Selbstlernzentren bietet
sich die Möglichkeit zur systematischen Materialevaluation durch die Nutzer,
woraus sich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von
Selbstlernmaterialien ableiten lassen. In Online-Kursen erlauben vollständig
dokumentierte Unterlagen von der Kurseinschreibung bis zum Abschluss durch die
elektronischen Rückmeldungsmöglichkeiten eine quantifizierbare Auswertung des
Lernverhaltens der Nutzer (vgl. Wegele in dieser Ausgabe). Daraus lässt sich
beispielsweise ermitteln, in welchen Bereichen Online-Lernende besonderen
Beratungsbedarf haben. Auch Lernerfolge und Misserfolge beim Distanzlernen und
der Distanzberatung werden so besser nachvollziehbar.
-7-
Individuelle Sprachlernberatung stellt darüber hinaus ein interessantes
Feld der Sprachlernforschung dar, insbesondere in Bezug auf die Untersuchung
individueller Faktoren wie Sprachlernmotive, Attribution von Lernerfolgen,
subjektive Lerntheorien, aber auch auf die Entwicklung von Sprachbewusstheit
und Lernbewusstheit. Die guten Zugangsmöglichkeiten zum Untersuchungsfeld als
Berater und Forscher in einer Person erlauben die Einbeziehung des Lerners als
Untersuchungspartner und die Ergänzung der Beraterperspektive durch die des
Lerners (vgl. Schmelter 2004). Die Fähigkeit des Lerners zur Reflexion und
Kommunikation kann genutzt werden, indem der Lerner direkt befragt wird, die
Gelegenheit erhält, seine Sichtweisen darzustellen und gleichzeitig angemessen
verstanden zu werden (vgl. das Forschungsprinzip der Kommunikativität bei
Caspari, Helbig und Schmelter 2003: 500). Sowohl für die Aus- und Weiterbildung
im Bereich der Sprachlernberatung als auch für die Verbesserung der
Beratungspraxis und die Durchführung von Forschungsprojekten in diesem Bereich
ist eine noch stärkere Kooperation zwischen Institutionen, die
Sprachlernberatung anbieten, wünschenswert.
7. Zu den einzelnen Beiträgen
Gegenstand des Beitrags von
Helmut Brammerts ist Beratung für das
Fremdsprachenlernen im Tandem. Ausgehend von einigen theoretischen und
praktischen Voraussetzungen des selbstgesteuerten Lernens beschreibt er den
Lernkontext Tandem und erläutert vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung
von Tandemlernern, angefangen von der Bereitstellung von Informationen, über
gelenkte Reflexion in Gruppen bis hin zur individuellen Beratung. Anhand
konkreter Beispiele aus der Tandemberatung werden praktische Fragen diskutiert,
z.B. welche Mittlersprache in der Beratung verwendet werden sollte, ob Tandem
auch für Anfänger geeignet ist, wie der Tandemlerner seinen Lernpartner um
Erklärungen bitten kann und ob der Berater Lernziele vorschlagen darf.
Der Artikel von
Miriam Zeilinger widmet sich einer Zielgruppe, die als
besonders schwer zu beraten gilt: (ost-)asiatische Studierende. Durch ihre andere
Lernkultur und Wissenschaftspraxis fällt es diesen Studierenden besonders
schwer, sich im deutschen Hochschulalltag zurechtzufinden und ihr Studium
selbstbestimmt zu gestalten. Beobachtbare Eigenschaften wie Passivität,
Schweigsamkeit und eine gering ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion führen
bei vielen Dozenten und Beratern zu Ratlosigkeit. Miriam Zeilinger skizziert
das Problem, dass Studierende mit - aus Beratersicht gesehen - großem
Beratungs- und Lernbedarf studienbegleitende Beratungsangebote (und auch
Sprachkurse) häufig nicht wahrnehmen und stellt das Projekt SprachService DaF
vor, das gerade durch die Fokussierung auf asiatische Studierende positive
Ergebnisse erzielt. Der Beitrag geht auf die speziellen Bedürfnisse
ostasiatischer Studierender ein und verdeutlicht die Notwendigkeit der
Erweiterung der interkulturellen Kompetenz von Beratern in Bezug auf diese
Studierendengruppe.
-8-
Im Beitrag von
Grit Mehlhorn geht es um Gesprächstechniken im individuellen
Beratungsgespräch. Diese sollen helfen, Beratungsgespräche zu strukturieren und
so zu gestalten, dass sie Reflexionen des Lerners über sein Sprachenlernen
ermöglichen und den Lerner bei Entscheidungen in Bezug auf Lernziele und -wege
unterstützen. Die einzelnen Beratungsstrategien und Gesprächstechniken werden
durch Beispiele für konkrete Formulierungen illustriert. Ergänzt wird der
Beitrag durch ein Transkript aus einer individuellen Aussprache-Lernberatung,
in dem sich ein Großteil der thematisierten Gesprächstechniken wiederfindet.
Michael Langner stellt verschiedene Beratungsinstrumente und -dokumente
vor, mit deren Hilfe individuelle Beratungen gezielt vorbereitet werden können.
Dafür ist es sinnvoll, Informationen über den Lerner (z.B. durch einen
Fragebogen mit lernbiografischen Inhalten, Selbsteinschätzungen des Lerners und
konkreten Lernbedürfnissen) im Vorfeld zu sammeln. Diese
"vorentlastenden" Dokumente tragen zu einer Qualitätsverbesserung der
Beratung bei: Die Gespräche können besser strukturiert werden und es bleibt
mehr Zeit für den persönlichen Kontakt mit dem Studierenden. Michael Langner
berichtet außerdem von positiven Erfahrungen mit Lernverträgen und
Lernertagebüchern, die dazu beitragen, dass Selbstlernprojekte ernsthafter
angegangen und durchgeführt werden.
Steffen Skowronek plädiert für eine Kombination von Sprachkursen,
kooperativen Lernformen und selbstständigem Lernen, die mit
Lernberatungsangeboten verzahnt werden sollten. Voraussetzung dafür sind
Kooperation und Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten an einem
Sprachenzentrum. Mögliche Missverständnisse und Probleme in der individuellen
Sprachlernberatung können durch Transparenz vermieden werden, indem
Studierenden z.B. von vornherein verdeutlicht wird, worauf sie sich bei einem
Lernangebot einlassen und wovon ihr Lernerfolg beeinflusst wird. Steffen
Skowronek macht eine Reihe konstruktiver Vorschläge zur Optimierung von
Beratungsangeboten, unter anderem die Erstellung von Materialempfehlungen als
Datenbankdokumente und die Abhaltung elektronischer Sprechstunden. Die Idee,
Beratungen in kürzeren Intervallen anzubieten und Aufgaben konkreter und
kleinschrittiger zu gestalten, kann v.a. für diejenigen Lernenden hilfreich
sein, die zu Beginn des Beratungsprozesses besonders viel Unterstützung
benötigen.
Der Beitrag von
Kristina Peuschel beschäftigt sich mit einem weiteren
Beratungsinstrument - den Beraternotizen. Ausgehend von der Erfahrung, dass es
häufig nicht leicht ist einzuschätzen, ob eine Lerneräußerung ein konkretes
Problem in einer bestimmten Situation darstellt oder illustrierend für
Schwierigkeiten mit einer bestimmten sprachlichen Fertigkeit steht oder ob es
sich um einen Hinweis auf eine noch allgemeinere Unsicherheit handelt, schlägt
sie Kategorien individueller Schwierigkeiten in der Lernberatung vor und
entwickelt eine Strukturierungshilfe für Beraternotizen. Diese soll
Lernberatern helfen, Lernschwierigkeiten zu identifizieren und zu
konkretisieren, d.h. von allgemeinen Aussagen über Lernprobleme zu fassbaren
Schwierigkeiten zu kommen, die in der Beratung dann bearbeitet werden können.
Erika Wegele berichtet von ersten Praxiserfahrungen bei der tutoriellen
Betreuung von Teilnehmern eines Online-Programms zur Studienbegleitung und
-vorbereitung von ausländischen Studierenden und Wissenschaftlern sowie
allgemein zur Verbesserung von Sprachkenntnissen. Es handelt sich um einen
reinen Online-Kurs ohne Präsenzphasen, was Implikationen für die Art der
Beratung mit sich bringt. Neben einem E-Assistenten, der programmiertes
Feedback zu Online-Aufgaben gibt, werden die Teilnehmer von einem Tutor
betreut, der bei der Auswahl von Aufgaben hilft, Lernhinweise gibt,
individuelle Rückmeldung zu offenen Übungen und eingesendeten Audioaufnahmen
anbietet, Online-Diskussionen moderiert und Lernpartnerschaften innerhalb einer
Online-Klasse vermittelt. Der Beitrag verdeutlicht die Schwierigkeiten, die
v.a. durch die zeitversetzte Kommunikation und die physische Abwesenheit des
Tutors zustande kommen. Optimierungsmöglichkeiten bestehen z.B. durch die
Nutzung des Chats für "Sprechstunden" mit dem Tutor, möglichst
schnelle Rückmeldungen auf Nachfragen und eingesendete Aufgaben und den Ausbau
des kooperativen Gruppenlernens in der Online-Klasse.
-9-
Karin Kleppin unternimmt in ihrem Beitrag einen Vergleich von Präsenz- und
Distanzberatung. Neben den bekannten Nachteilen einer medial unterstützten
Kommunikation geht sie auch auf Vorzüge wie die flexible Handhabbarkeit und die
Verlangsamung asynchroner Kommunikation sowie die stärkere Fokussierung von
Beratungsthemen ein. Karin Kleppin plädiert für individuelle Sprachlernberatung
in einem sinnvollen Wechsel von Distanz- und Präsenzphasen. So können
Lerner-Logs vor dem nächsten Beratungstermin per E-Mail verschickt werden; die
Erhebung der Lernerbiografie kann anhand eines Online-Fragebogens erfolgen;
kurze Nachfragen oder Erinnerungen per E-Mail können der Überbrückung zwischen
Präsenzberatungen dienen. Ergänzt wird ihr Beitrag durch das Beispiel eines
Lernprotokolls (learning log).
Sabine Hoffmann erläutert anhand von Beispielen aus der Projektarbeit, wie
Beratungselemente in den Fremdsprachenunterricht integriert werden können.
Primäres Ziel dabei ist die Förderung des eigenverantwortlichen Lernens. Wenn
Lernende bereits im Unterricht dazu angehalten werden, über ihr Lernen zu
reflektieren, selbstständig Entscheidungen zu treffen und ihren Lernprozess zu
evaluieren, werden sie auch andere Erwartungen an eine individuelle
Lernberatung herantragen bzw. diese besser für sich nutzen können. In diesem
Sinne können autonomiefördernde Maßnahmen im Fremdsprachenunterricht
gleichzeitig auch als Beratungselemente verstanden werden. Ein
autonomiefördernder Unterricht erfordert Veränderungen im Lehrerverhalten, was
wiederum die Voraussetzung für die Annahme und das Funktionieren von
individueller Beratung ist.
Brigitte Helmlings Beitrag beschäftigt sich mit Peergruppenarbeit und
schlägt den Bogen zwischen Beratungselementen im Unterricht und individueller
Sprachlernberatung. Bei der Peergruppenarbeit arbeiten Lernende unter Anleitung
eines geschulten Moderators bzw. Beraters miteinander und helfen sich
gegenseitig bei der Optimierung ihrer Lernprozesse. Eine besonders geeignete
Möglichkeit zur Reflexion in der Peergruppe stellen Diskussionen zu
Videoaufzeichnungen von Tandempartnern bei ihrer Arbeit dar, da sie
Alternativen zum eigenen Vorgehen veranschaulichen und ermöglichen, das
Repertoire des eigenen Handelns zu erweitern. Die Peergruppenarbeit hilft den
Lernern, ihre Lernaktivitäten besser auf ihre Lernziele abzustimmen und stärkt
das Selbstvertrauen der Lerner in ihre Fähigkeit, ihre Lernprozesse selbst zu
steuern.
Tina Claußen und
Kristina Peuschel wenden sich der Wirksamkeit von
individuellen Sprachlernberatungen zu. Da man nicht davon ausgehen kann, dass
Lerner und Berater dieselben Vorstellungen in Bezug auf die Ziele und
Ergebnisse von Sprachlernberatung haben, ist es für Berater wichtig, die
Perspektive des Lerners zu berücksichtigen. Die Autorinnen zeigen an Beispielen
aus der studien- und kursbegleitenden Lernberatung, dass sich die Wirksamkeit
in verschiedenen Aspekten und bei jedem Lerner anders zeigt, dass Reflexionen
in unterschiedlichem Maße verfolgt und erreicht werden und Lerner auch ihre
Ziele auf je eigene Art erreichen. Die Analyse von Fallstudien aus der Sprachlernberatung
bietet ein geeignetes Instrument, um die Wirksamkeit von Lernberatung in einem
spezifischen Kontext aufzuzeigen und zu untersuchen.
Im abschließenden Beitrag geht
Lars Schmelter auf einige konzeptuelle
Grundlagen der Sprachlernberatung, insbesondere die verschiedenen Lernbegriffe,
ein. Er plädiert dafür, dass angemessene Lerntheorien als Handlungstheorien
aufgebaut sein sollen und kann mit Hilfe des angelegten
subjektwissenschaftlichen Lernbegriffs expansives und defensives Lernen erklären.
Ausgehend von diesen Überlegungen entwickelt er Thesen zur weiteren
konzeptuellen und empirischen Erforschung von Sprachlernberatung, die v.a. als
Anstoß zur Diskussion verstanden werden sollen.
-10-
Literatur
Altrichter, Herbert und Posch, Peter. (1998).
Lehrer erforschen ihren
Unterricht. Eine Einführung in die Methoden der Aktionsforschung (3. Aufl.).
Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Blom, Hermann. (2000).
Der Dozent als Coach. Neuwied, Kriftel, Berlin:
Luchterhand.
Brammerts, Helmut; Calvert, Michael; Kleppin, Karin. (2005). Ziele und Wege
bei der individuellen Lernberatung. In Helmut Brammerts und Karin Kleppin.
(Hrsg.). (2005). Selbstgesteuertes Sprachenlernen im Tandem. Ein Handbuch (2.
Aufl.). (pp. 53-60). Tübingen: Stauffenburg.
Caspari, Daniela; Helbig, Beate und Schmelter, Lars. (2003).
Forschungsmethoden: Explorativ-interpretatives Forschen. In Karl-Richard
Bausch, Herbert Christ und Hans-Jürgen Krumm. (Hrsg.). (2003). Handbuch
Fremdsprachenunterricht (4. Aufl.). (pp. 499-505). Tübingen, Basel: Francke.
Forneck, Hermann J.; Klingovsky, Ulla und
Kossack, Peter. (Hrsg.). (2005).
Selbstlernumgebungen. Zur Didaktik des selbstsorgenden Lernens und ihrer
Praxis. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
Graeßner, Gernot. (2001).
Ein Lehr-/Lernvertrag: wieso, weshalb, warum?
Erhältlich unter http://evanet.his.de/evanet/forum/graessner.pdf. Stand: 27.
Januar 2006.
Helmling, Brigitte. (2005). Peergruppenarbeit - Tandems lernen von Tandems.
In Helmut Brammerts und Karin Kleppin. (Hrsg.). (2005). Selbstgesteuertes
Sprachenlernen im Tandem. Ein Handbuch (2. Aufl.). (pp. 83-91). Tübingen:
Stauffenburg.
Holec, Henri. (1979).
Autonomie et apprentissage des langues étrangères.
Strasbourg: Editions du Conseil de l'Europe.
Kelly, Reina. (1996). Language counselling for learner autonomy: the
skilled helper in self-access language learning. In Richard Pemberton, Edward
S.L. Li, Winnie W.F. Or and Herbert D. Pierson. (Eds.). (1996). Taking control:
Autonomy in language learning (pp. 93-113). Hong Kong: Hong Kong University
Press.
Kleppin, Karin. (2001). Vom Lehrer zum Lernberater: Zur Integration von
Beratungselementen in den Fremdsprachenunterricht. In Franz-Joseph Meißner und
Marcus Reinfried. (Hrsg.). (2001). Bausteine für einen neokommunikativen
Französischunterricht (pp. 51-60). Tübingen: Narr.
Kleppin, Karin. (2003). Sprachlernberatung: Zur Notwendigkeit eines
eigenständigen Ausbildungsmoduls. Zeitschrift für Fremdsprachenforschung, 14,
(1), 71-85.
Kleppin, Karin. (2004). "Bei dem Lehrer kann man ja nichts
lernen". Zur Unterstützung der Motivation durch Sprachlernberatung.
Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht [Online], 9(2), 16 pp.
Erhältlich unter
http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-09-2/beitrag/Kleppin2.htm.
Stand: 27. Januar 2006.
-11-
Kleppin, Karin und Mehlhorn, Grit. (2005). Sprachlernberatung. In Rüdiger
Ahrens und Ursula Weier. (Hrsg.). (2005). Englisch in der Erwachsenenbildung
des 21. Jahrhunderts (pp. 71-89). Heidelberg: Universitätsverlag Winter.
Lázaro Torres, Noemí. (2005). Stand und Perspektiven von Selbstlernzentren
für Fremdsprachen an deutschen und schweizerischen Hochschulen. Zeitschrift für
Interkulturellen Fremdsprachenunterricht [Online], 10(1), 12 pp. Erhältlich unter
http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-10-1/beitrag/Torres1.htm. Stand: 27. Januar
2006.
Marx, Nicole und Langner, Michael. (2005). Einleitung zum Themenheft: Die
neuen Medien im Fremdsprachenunterricht. Zeitschrift für Interkulturellen
Fremdsprachenunterricht [Online], 10(1), 9 pp. Erhältlich unter
http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-10-1/beitrag/MarxundLangner.htm. Stand: 27. Januar
2006.
Mehlhorn, Grit (unter Mitarbeit von Karl-Richard Bausch, Tina Claußen,
Beate Helbig-Reuter und Karin Kleppin). (2005). Studienbegleitung für
ausländische Studierende an deutschen Hochschulen. Teil I: Handreichungen für
Kursleiter zum Studierstrategienkurs. Teil II: Individuelle Lernberatung - Ein
Leitfaden für die Beratungspraxis. München: Iudicium.
Mehlhorn, Grit. (erscheint). Möglichkeiten einer individuellen
Aussprache-Lernberatung. Deutsch als Fremdsprache. Leipzig: Langenscheidt.
Riley, Philip. (1997). The guru and the conjurer: aspects of counselling
for self-access. In Phil Benson and Peter Voller. (Eds.). (1997). Autonomy
& independence in language learning (pp. 114-131). London: Longman.
Rogers, Carl R. (1983).
Freedom to learn for the 80's. New York: Macmillan.
Rogers, Carl R. (1985).
Die nicht-direktive Beratung. Frankfurt am Main:
Fischer.
Schmelter, Lars. (2004).
Selbstgesteuertes oder potenziell expansives
Fremdsprachenlernen im Tandem. Tübingen: Narr.
Anmerkungen
[1]
Diese Fachtagung wurde vom Fachverband Deutsch als Fremdsprache
ausgerichtet und vom DAAD finanziell unterstützt.
[2]
Auch ein Wechsel von individuellen Beratungen und Peergesprächen der
beratenen Lerner hat sich bewährt. Langner (in dieser Ausgabe) berichtet z.B.
von Reflexionssitzungen zu Mitte des Semesters, in denen die Studierenden in
der Gruppe eine vorläufige Bestandsaufnahme ihrer Lernprojekte vornehmen. Bei Skowronek
(in dieser Ausgabe) gibt es ein "Lernforum" mit einer ähnlichen
Funktion.
-12-
[3]
Forneck et al. (2005) verwenden auch den Begriff der
"Selbstlernarchitektur".
[4]
Sprachlernberatung gilt als eine der wichtigsten Dienstleistungen, die
ein Selbstlernzentrum anbietet (vgl. Lázaro Torres 2005). Die alleinige
Bereitstellung von Lernressourcen garantiert in der Regel noch nicht, dass
selbstgesteuert und erfolgreich gelernt wird.
[5]
Punktum. Wissenschaftssprache trainieren.
http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Studium/ Studienbegleitende%20Angebote/Punktum/.
Stand: 27. Januar 2006.
[6]
Das Erkennen von Lernfortschritten hilft dem Lerner beim Aufbau und der
Aufrechterhaltung von Motivation und Selbstwirksamkeit (vgl. Kleppin 2004).
[7]
Allerdings liegt auf der Hand, dass eine in Fragebogenform ausgefüllte
"Sprachlernbiografie" in der Regel nicht dieselbe Qualität haben wird
wie eine im Beratungsgespräch erhobene, da insbesondere lerngeschichtliche
Voraussetzungen und Erfahrungen, Einstellungen zum Sprachenlernen und
Lernbehinderungen aus Sicht des Ratsuchenden in einem Fragebogen kaum
expliziert werden. Deshalb ist es sinnvoll, im Beratungsgespräch auf den
Fragebogen zurückzukommen und an den geeigneten Stellen genauer nachzufragen.
Dann kann die Sprachlernbiografie auch eher dazu beitragen, dass der Lerner
über sein eigenes Sprachenlernen reflektiert.
Copyright
©
2006 Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht
Mehlhorn, Grit und Karin Kleppin. (2006). Sprachlernberatung:
Einführung in den Themenschwerpunkt. Zeitschrift für
Interkulturellen
Fremdsprachenunterricht [Online], 11 (2), 12 pp. Abrufbar unter
http://www.ualberta.ca/~german/ejournal/MehlhornKleppin1.htm
|
[Zurück
zur Leitseite]
|