7.-9.11.2009
Symposium an der Universität Tirana
Thema: Erinnerungsorte und Erinnerungskulturen
Bei einem von DAAD, Friedrich-Ebert-Stiftung u.a. geförderten Symposium, das von den
Universitäten Tirana, München und Bielefeld im November 2009 in Tirana (Universität Tirana) in Zusammenarbeit mit dem Beirat
Germanistik des DAAD, der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und der Deutschen Botschaft Tirana veranstaltet wird, soll diskutiert
werden, inwieweit das Konzept der Erinnerungsorte auch für Albanien und die angrenzenden Länder anwendbar ist. Es werden daher
Beiträge gesucht, die das Konzept der Erinnerungsorte in seinen Grundzügen darlegen und im Rahmen von Erinnerungskulturen
bearbeiten. Dabei sollen die Grundzüge nationaler Geschichtsschreibung und nationalen Geschichtsverständnisses aus verschiedenen
(inter-)kulturellen Perspektiven betrachtet werden. So sollen etwa albanische Erinnerungsorte und der Wandel der Betrachtungs- und
Interpretationsweisen über die Jahrzehnte (vor, im und nach dem Kommunismus) dargestellt werden, um das Konzept der Erinnerungsorte
erstmals exemplarisch für Albanien zu erproben. Historiker, Literaturwissenschaftler, bildende Künstler, Linguisten,
Sozialwissenschaftler, Didaktiker etc. sind dazu eingeladen, sich an dem interdisziplinären Dialog über die Bedeutung und den
Wandel von Erinnerungsorten und Erinnerungskulturen vor allem in der Region Süd-Ost-Europa, aber auch darüber hinaus, zu beteiligen. Mit den Mitteln der Förderorganisationen können Reisestipendien gewährt werden.
Das Konzept der Erinnerungsorte stammt aus Frankreich, wo es von Pierre Nora
(unter Berufung auf Theoretiker des kollektiven Gedächtnisses wie Maurice Halbwachs u.a.) entwickelt wurde. Nicht Fakten und
Zahlen allein sind für das Verständnis von Geschichte wichtig, sondern Personen, Orte, Ereignisse, die im kollektiven Gedächtnis
einer Nation verankert sind und als wichtig für die nationale Identität angesehen werden. Der Wandel der Zeiten und Ethnien
bringt es jedoch mit sich, dass sich divergente, oft konfliktive und explosive Betrachtungsalternativen formen,
die trotz ihres Wahrheitsgehaltes einem Verstehens- und Verständigungsprozess im Wege stehen.
So werden Erinnerungsorte und Erinnerungskulturen zu einem genuinen Arbeitsbereich
Sprache und Kultur vermittelnder Fächer, wie sie die (Auslands-)Germanistiken darstellen. In den Deutschlandstudien (German
Studies) rücken daher zunehmend Bereiche in den Mittelpunkt, die über die traditionelle Arbeit mit Texten hinausgehen, bzw.
dieser erweiterte Dimensionen eröffnen. So hat das Symposium auch eine fachpolitische Zielsetzung: es soll helfen zu klären,
inwiefern durch den Einfluss moderner Deutschlandstudien den Germanistiken in der Region wichtige Impulse für die Zukunft
gegeben werden können. Die Tagung gilt als Auftakt zu einem mehrjährigen Forschungsprojekt, in dem Forscherinnen und Forscher aus
West- und Südosteuropa unter Beteiligung von Expertinnen und Experten der Deutschlandstudien aus Amerika und Asien an Antworten
auf die relevanten Fragen arbeiten und Curricula und Materialien für die universitäre Lehre erarbeiten.
Informationen bei: Jürgen Roehling (Tirana),
Jörg Roche (München) und Uwe Koreik
(Bielefeld).
12.-14.11.2009
Ein sprachenpolitisch-praktisches Seminar der Europa-Universität Viadrina
und des FaDaF in Frankfurt/Oder und Wulkow (Brandenburg)
Thema: Deutschlernen an der Hochschule: Lohnt sich das?
Ausgangspunkt für diese Fragestellung ist die Tatsache, dass in einem Zeitraum von 5 Jahren
die Zahl der Deutschlerner weltweit gesunken ist und anzunehmen ist, dass sich dieser Abwärtstrend weiter fortsetzt. Diese
Entwicklung hat Auswirkungen auf die Germanistik und die Deutschausbildung an Hochschulen im Ausland und auf die Attraktivität des
Hochschulstandortes Deutschland insgesamt. In dem Seminar wird man sich mit dieser Problematik beschäftigen.
Es gliedert sich in drei Teile: In einem ersten Teil werden Kolleginnen und Kollegen, die Deutsch
an Hochschulen im Ausland unterrichten, eine Bestandsaufnahme der Situation von Deutsch als Fremdsprache ihres Landes bzw. in ihrer
Institution geben. Im zweiten Teil werden die deutschen Kolleginnen und Kollegen über ihre Erfahrungen mit ausländischen
Studierenden berichten. Im dritten Teil soll über die sprachpolitische Rolle der Deutschausbildung an den Hochschulen gesprochen werden.
Tagungsorte: viadrina sprachen gmbh: http://www.viadrina-sprachen.com/,
Europa-Universität Viadrina (Senatssaal): http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/de/index.html;
Parkhotel Schloss Wulkow in Wulkow (bei Neuhardenberg): http://www.parkhotel-schloss-wulkow.de/.
Tagungskosten: 285 Euro.
14.11.2009
10. UNIcert-Workshop am Sprachenzentrum der Universität
Rostock
Thema: Offene Prüfungsaufgaben: Erstellen und Bewerten
Dieses Thema wird als zentrale Frage im Hauptreferat thematisiert und anschließend in folgenden Arbeitsgruppen vertieft:
• AG1: Erstellung eines Rasters zur Bewertung der Klausur schriftliche Textproduktion
• AG2: Bewertung der Klausur schriftliche Textproduktion anhand von Prüfungsbeispielen
• AG3: Leseverstehen: Erstellen von offenen Prüfungsaufgaben und deren Bewertung
• AG4: Verknüpfung der Prüfungsteile Leseverstehen und schriftliche Textproduktion
( UNIcert II und III)
• AG5: UNIcert®: Eine Einführung für UNIcert®-Neulinge und Interessenten
Veranstaltungsort: Universität Rostock, Sprachenzentrum
Tagungsbeitrag: 50 Euro
19.9.-23.9.2010
Deutscher Germanistentag 2010
an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg
Thema: Deutsche Sprache und Literatur im europäischen Kontext
Zu diesem Thema soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Welche Bedeutung hat das Deutsche heute als europäische Sprache der Literatur und Wissenschaft? Welche Entfaltung erfahren lexikalisch-semantische, varietätenlinguistische, grammatische
Strukturen des Deutschen in europäischen Bezügen? Welche literarischen Räume eröffnet die deutsche Sprache und Literatur,
welches europäisches Erbe tradiert sie? Welche Rolle spielt die Germanistik in Europa und im Zusammenspiel der europäischen
Nationalphilologien?
Die Sektionen des Germanistentages 2010 widmen sich in aktueller und historischer,
in praktischer und theoretischer Perspektive der Suche nach Antworten auf diese und weitere
Fragestellungen.
Der Fachverband Deutsch im DGV bietet auf dem Deutschen Germanistentag
in Freiburg zusätzliche Veranstaltungen an, die in besonderem Maße an der Lehrperspektive ausgerichtet sind und deren Besuch für
Lehrerinnen und Lehrer als weiterbildende Fachtagung anerkannt werden kann.
Folgende Sektionen werden eingerichtet:
• Sektion 1: Wort - Begriff - Diskurs. Deutscher Wortschatz und Semantik in europäischen
Bezügen.
• Sektion 2: Europäisches Erbe
• Sektion 3: Europäische Grammatik: Schwerpunkte, Entwicklungen, Ziele
• Sektion 4: Identitäten, Varietäten und Deutsch in europäischen Medien
• Sektion 5: Literarische Räume: Landschaft, Erinnerung, Wissen
• Sektion 6: Grammatikalisierung in europäischen Bezügen
Informationen zur Anmeldung und anderen organisatorischen Belangen wird in Kürze
auf der Website des Germanistentages veröffentlicht (http://www.germanistenverband.de/hochschule/tagungen/deutscher-germanistentag.php).