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Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des
Saarlandes (Hg.) (2008), Mehrsprachiges
Aufwachsen in der frühen Kindheit. Band 1: Fakten, Voraussetzungen,
Möglichkeiten für einen gelenkten Spracherwerb, Band 2: Beispiele aus der
Internationalen Praxis für einen gelenkten Zweitspracherwerb. Weimar,
Berlin: Verlag das netz. ISBN 978-3-86892-010-9. 176 und 135 Seiten, 29,90
Euro.
Früher Fremdsprachenerwerb,
spielerisches Fremdsprachenlernen oder Fremdsprachen im Kindergarten sind Themen,
die im Bereich der Mehrsprachigkeitsforschung eine immer größere Rolle spielen.
Nach dem Motto „je früher, desto besser“ offerieren immer mehr Kindergärten, Kindertagesstätten
und Grundschulen das Erlernen einer Fremdsprache von Kindesbeinen an. Einer der
federführenden Akteure bei der Unterstützung solcher Projekte und ihrer
Erforschung ist der Verein für Frühe Mehrsprachigkeit an
Kindertageseinrichtungen und Schulen, in dem auch namhafte Forscher zum frühen
Fremdsprachenerwerb organisiert sind. Ein weiterer Aspekt des zu besprechenden
Themas ist die Mehrsprachigkeit auf europäischer Ebene. Diese wird immer mehr
als Schlüsselkompetenz für zukünftige Bürger der europäischen Gesellschaft
wahrgenommen. Seit 2005 wird an einem Strategiepapier zur Mehrsprachigkeit
gearbeitet, eine Expertenkommission beschäftigt sich seitdem mit der Ausarbeitung
eines europäischen Konzepts der Mehrsprachigkeit.
Die zwei im Folgenden zu
besprechenden Bände sind aus dem internationalen Kongress Frühkindliche Mehrsprachigkeit als Baustein einer gelungenen
Bildungsbiographie hervorgegangen, der am 17. und 18. September in Saarbrücken
stattfand.
Band 1
Der 176-seitige erste Band ist
in vier Hauptkapitel untergliedert, die jeweils aus fünf bis sechs Beiträgen
unterschiedlicher Autoren bestehen. Kapitel 1 („Mehrsprachiges Aufwachsen in
der frühen Kindheit – ein Bildungsaspekt“) umfasst eine Art Bestandsaufnahme
des frühen Fremdsprachenlernens aus verschiedenen Perspektiven. Hier lohnt sich
vor allem die Lektüre der Beiträge von Franceschini und Riley. Erstere erklärt
und beschreibt die Behandlung des Themas Mehrsprachigkeit in der Expertenkommission
der Europäischen Union und gibt Einblicke in eine für den Bürger oft nicht
leicht nachzuvollziehende Maschinerie der politischen Entscheidungen und ihrer
Beweggründe. Riley setzt in seinem Beitrag den Schwerpunkt auf den identitären
und multikulturellen Aspekt der frühkindlichen Erziehung und richtet damit das
Augenmerk verstärkt auf Kinder, die mit einer familiären Mehrsprachigkeit
konfrontiert sind, welche nicht deckungsgleich mit der schulischen oder
institutionellen (Kindergarten etc.) Fremdsprachenpräsenz ist. Die weiteren
Beiträge des Kapitels geben Aufschluss über konkrete Beispiele aus der Praxis,
aber auch über eher theoretische Aspekte wie etwa neurobiologische
Lernprozesse; sie bieten Spezialisten wenig Neues, fachfremden Lesern geben sie
jedoch durchaus einen sehr guten ersten Einblick in das jeweilige Gebiet.
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Im zweiten Kapitel
(„Mehrsprachiges Aufwachsen in der frühen Kindheit – ein europäischer Aspekt“)
gibt Raasch zuerst einen Überblick über Theorie und Praxis der Mehrsprachigkeit
auf europäischer Ebene. Er schlägt ein 5-Stufen-Modell zum schrittweisen
Erlernen mehrsprachiger Konzepte auf verschiedenen Ebenen vor. Dieses Modell
umfasst neben der Sprachvermittlung die folgenden Teilkompetenzen:
Landeskundliche Kompetenz, konstrastiv-landeskundliche Kompetenz,
Empathie-Kompetenz, interkulturelle Kompetenz, intrakulturelle Kompetenz. Der Autor
gibt anschließend konkrete Anwendungsbeispiele für den Frühen
Fremdsprachenerwerb und schließt mit einem Forderungskatalog an die europäische
Mehrsprachigkeit und einer Auflistung möglicher Probleme, die in der Zukunft
reflektiert werden müssen, um das Mehrsprachigkeitskonzept sinnvoll und flächendeckend
umsetzen zu können. Der Beitrag rundet die europäische Fragestellung ab, bringt
alle aktuellen Inhalte auf den Punkt und schafft es, oftmals nur in konkreten
Beispielen ausgedrückte Phänomene generell zusammen zu fassen und dabei klar
auf den Punkt zu bringen. Im anschließenden Beitrag erläutern Edelenbos und
Kubanek eine im Jahr 2007 erschienene europäische Studie über Sprachen der
Kinder Europas, die in 31 Ländern durchgeführt wurde und schließen damit
inhaltlich an die Beiträge von Franceschini und Raasch an. In den weiteren
Beiträgen bekommt der Leser einen Einblick in konkrete Fremdsprachenmodelle für
die frühe Kindheit in mehreren europäischen Staaten oder Regionen. So werden
von Seiwert, Desse und Herrmann das grenzüberschreitende INTERREG-Projekt
zwischen dem Saarland und der lothringischen Grenzregion vorgestellt,
Kleinclaus präsentiert den bilingualen Fremdsprachenunterricht in elsässischen
Grundschulen und Erhart gibt einen Einblick in die Sprachenpolitik in
Kindergärten und Schulen in Luxemburg und deren Einfluss auf die
Migrantensprachen. Das dritte Kapitel („Mehrsprachiges Aufwachsen in der frühen
Kindheit – Sprachliche Förderung der Kindertagesstätten“) versammelt einerseits
theoriegebundene Beiträge aus der Perspektive der Forschung, andererseits
Beiträge, die konkrete Beispiele aus der Praxis vorstellen. Wode gibt einen
Überblick über Umsetzungsstrategien des Immersionsmodells in Grundschule und
Kita und formuliert einige Faustregeln dafür; Guadatiello plädiert für eine
frühe Deutschförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung
der familiären Mehrsprachigkeit, welche nicht auf Kosten der Deutschförderung
verloren gehen soll. Es ist schwierig, den Beitrag thematisch einzuordnen, da
er den Akzent vor allem auf das Erlernen der deutschen Sprache legt und in
seinen Forderungen nicht unbedingt innovativ ist. Jampert informiert über eine
Studie des Deutschen Jugendinstituts e.V., welche sich mit sprachlicher
Förderung in Kitas beschäftigt und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch
nicht abgeschlossen war. Kieferle und Nagel beschäftigen sich in ihren zwei zusammenhängenden
Beiträgen mit dem Spracherwerb in Familie und Kita und beleuchten hierbei vor
allem die Situation von Migrantenkindern. Sie erklären und definieren
Sprachkompetenzniveaus für Kinder nach dem Kindergartenalter und erläutern den
Begriff der ‚literacy’, der nicht nur den vorschulischen Schreib- und
Leseerwerb, sondern auch die Vertrautheit mit Buch- und Schriftkultur, das
Interesse an Schreiben und Schrift, die Dekontextualisierung von Sprache, die
Erzählkompetenz und –freude, das Bewusstsein für verschiedene Sprachstile und
Textsorten sowie Kompetenzen und Interessen im Bereich von Laut- und
Sprachspielen, Reimen und Gedichten umfasst. Literacy-Kompetenzen sind
Schlüsselkompetenzen für den Erwerb einer Zweitsprache. Die Autoren erklären
sehr klar und aufschlussreich den Zusammenhang der verschiedenen Komponenten,
insbesondere auch für Kinder mit Migrationshintergrund, und geben damit einen
meiner Meinung wichtigen Impuls für eine neue Betrachtungsweise der
Problematik. Spengler stellt schließlich in ihrem Beitrag das Projekt „Signal“
vor, ein saarländisches Projekt, an welchem unter anderem 20 Grundschulen und
100 Kitas teilnehmen und das sich zur Aufgabe gemacht hat, Sprachförderung und
soziale Integration für ausländische Familien als wichtige Bausteine der
Institution Schule bzw. Kita zu sehen. Im letzten Kapitel des ersten Bandes
(„Mehrsprachiges Aufwachsen in der frühen Kindheit – Ausbildungen, Fortbildungen,
Netzwerke“) werden unter anderem das Referat für frühkindliche
Sprachvermittlung des Goethe-Institutes (Widlok), das Konzept des FMKS e.V. (Verein
für Frühe Mehrsprachigkeit an Kindertageseinrichtungen und Schulen e.V.)
(Lommel) und die Europäische Akademie für Elementarerzieher – EAFE (Dyhringer)
auf rein informativer Ebene vorgestellt. Im Beitrag von Buttaroni wird klar,
welche Entwicklungen die vorschulische Mehrsprachigkeit in den letzten zehn
Jahren hinter sich gebracht hat und dass ein wahrer Bedarf an Sprachangeboten
in der vorschulischen Sprachförderung besteht. Die Autorin macht aber auch noch
einmal deutlich, dass Definitionsmängel und konzeptionelle Unklarheiten für
keine klare Linie in der Umsetzung sorgen und somit auch sehr unterschiedliche
Konzepte bei der Aus -und Weiterbildung zum Beispiel von Erzieherinnen vorsehen.
-3-
Alles in allem bietet der Band
einen breiten Ein- und Überblick über den Forschungs- und Praxisbereich der Mehrsprachigkeit.
Allerdings ist die Einteilung in Kapitel nicht recht nachvollziehbar, da
thematisch nicht immer alle Beiträge zum gewählten Kapitelthema passen, was
eher Verwirrung stiftet. Einzig Kapitel 2 ist sinnvoll und thematisch
strukturiert. Die Art und Länge der Beiträge variiert. Rein deskriptive
Kurzbeiträge zum Beispiel über Ausbildungsgänge o.ä. stehen langen
wissenschaftlicheren Artikeln gegenüber. Es wird klar, dass dies auch Ziel und
Zweck der Veröffentlichung ist. Es scheint nicht nur darum zu gehen, rein
theoretische Ansätze zu präsentieren, sondern Theorie und Praxis aus verschiedenen
Perspektiven zusammen zu bringen. Jeder Beitrag ist mit einer Zusammenfassung
in französischer Sprache versehen, die jeweils am Ende des Artikels steht und
in quantitativer und qualitativer Hinsicht von Beitrag zu Beitrag variiert.
Band 2
Der 135-seitige zweite Band
(„Mehrsprachiges Aufwachsen in der frühen Kindheit: Beispiele aus der internationalen
Praxis für einen gelenkten Zweitsprachenerwerb“) beinhaltet 17 Artikel
internationaler Autoren, die über konkrete Beispiele und/oder neue
Forschungsergebnisse zur Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit berichten. Zusammenfassende
Kapitelüberschriften wie im ersten Band gibt es hier nicht, allerdings lassen
sich die vorliegenden Beiträge zu folgenden Themen gruppieren: (1) deutsche
Sprachprojekte in Frankreich und französische in Deutschland, (2) Fortbildung
und neue Konzepte für den deutsch-französischen Unterricht, (3) zweisprachige
Projekte europaweit und (4) weltweite zweisprachige Konzepte und ihre
Umsetzung.
Da der den Tagungsbänden
vorausgegangene Kongress im deutsch-französischen „Grenzland“ in Saarbrücken
stattgefunden hatte, lag es nahe, die Modelle von Französisch im Kindergarten
und in der Grundschule im Saarland (Beitrag von Hammes- Di Bernardo und
Dauster) und Deutsch im Département Moselle in Lothringen (Beitrag von Mérillou
und Cocco) zu präsentieren. Der erstgenannte Beitrag stellt Konzepte und didaktische
Leitlinien vor und gibt konkrete Beispiele, zum Beispiel Transkriptionen von
Unterrichtssequenzen. Mérillou/Cocco stellen ebenfalls Konzepte und grobe
Umsetzungslinien des frühen Deutschunterrichts vor, bleiben hierbei aber
relativ kurz und generalisierend. Dillschneider und Moni berichten in einem
ebenfalls sehr kurzen Beitrag über eine deutsch-französische Kindergartenpartnerschaft
im Saar-Lor-Lux-Raum, bei welcher ein Austausch zwischen Kindern und Erziehern
bzw. Lehrkräften stattfindet. Der Artikel gibt keinerlei Auskunft über
Evaluationen oder Resultate. Ein weiterer Beitrag der ersten thematischen
Gruppe (Tallé) stellt den deutsch-französischen Kindergarten ‚Pumuckl’ in
Nancy, dessen Anfänge und didaktischen Konzepte in Abgrenzung zur école
maternelle im französischen System vor. Sichelstiel präsentiert in ihrem
Artikel ein grenzüberschreitendes deutsch-französisches Projekt zwischen dem
Saarland und dem Département Moselle, das einen Austausch zwischen Erzieher(inne)n
und Lehrkräften vorsieht. Dadurch haben die Kinder auf beiden Seiten der Grenze
die Chance, eine/n Muttersprachler/in in den Fremdsprachensequenzen vor sich zu
haben. Der Beitrag gibt einige kurze Beispiele über die inhaltlichen Elemente
des Austausches und die Projektarbeit. Es ist bedauernswert, dass hierbei nicht
mehr in die Tiefe gegangen und nicht mehr über konkrete Resultate und
Evaluationen berichtet wird. Der Artikel verliert so sein viel versprechendes
wissenschaftliches Element und bleibt fast nur deskriptiv. Im Gegensatz dazu
wartet der Beitrag von Geiger-Jaillet, in dem es um die Möglichkeiten des
bilingualen Musikunterrichts geht, mit mehr Neuigkeiten und detaillierteren
Informationen auf. Der Beitrag bietet dem Kenner des Forschungsgebiets
interessante, neue Hinweise und Ideen, er ist auch für Laien leicht zu
verstehen und sehr klar strukturiert.
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Bei den europaweiten
zweisprachigen Projekten in Grenzregionen stellen zuerst Barkas und Ryba das
Projekt eines deutsch-polnischen Kindergartens auf Usedom vor. Sie beschränken
sich in ihrem zweiseitigen Artikel auf die Entstehung, die Umsetzung und die
ideellen Hauptanliegen des Projektes. Fischer präsentiert in ihrem Beitrag in
ebenfalls relativ kurzer Form zweisprachige Projekte in Ostsachsen, in welchen
Kitas Austausch- und Sprachprogramme mit Polen und/oder Tschechien durchführen.
Die Autorin stellt hierbei die verschiedenen Modelle der grenzüberschreitenden
Kooperation vor und erklärt an Hand einiger Beispiele deren konkrete Umsetzung.
Die Kooperation besteht seit zirka zehn Jahren und wird mittlerweile von
EU-Förderprogrammen wie Leonardo da Vinci, Erasmus und Comenius unterstützt,
damit ein Austausch und eine gemeinsame Fortbildung der Akteure möglich ist.
Wenzel referiert in ihrem ausführlichen Artikel über das Fremdsprachenlernen in
deutschen und niederländischen Kindergärten an der Grenze zwischen beiden
Staaten. Ein interessanter Unterschied zum deutsch-französischen Grenzraum ist
hierbei die Tatsache, dass nur auf niederländischer Seite das Erlernen der
Sprache des Nachbarn eine Tradition hat, nicht jedoch umgekehrt. Das Projekt
steckt im Vergleich zu anderen Grenzregionen noch in den Kinderschuhen, es
liegen aber erste Beobachtungen, Evaluationen und Sprachstandsmessungen bei den
Kindern vor. Ein interessanter Beitrag zur Grenzkooperation, mal nicht von den
Grenzen zu Frankreich!
Im vierten thematischen Block
geht es nicht nur um weltweite Projekte, sondern auch um Projekte in Europa. So
stellt zum Beispiel Gangelmayer das Projekt der Sprachoffensive in
österreichischen Kindergärten vor, bei dem Kinder auf spielerische Art und
Weise mit der tschechischen oder der slowakischen Sprache in Berührung kommen,
und das hauptsächlich durch den Einsatz muttersprachlicher Fachkräfte. Verra
stellt in seinem Beitrag ein trilinguales Sprachprojekt in den Dolomiten vor,
wo die Kinder ab dem frühesten Alter mit der im Alltag präsenten
Dreisprachigkeit (Ladinisch, Deutsch, Italienisch) konfrontiert werden und in
drei Sprachen lernen. Das ladinische Projekt wird im restlichen Südtirol nicht
besonders positiv aufgenommen, viele Ladiner haben sowieso den Eindruck, keine
Sprache richtig sprechen zu können und sind beinahe bereit, das Ladinische
wegfallen zu lassen, die Schulmentalität wird entweder vom deutschen oder vom
italienischen Einfluss geprägt. Verras Artikel ist ein wichtiger Beitrag zur
europäischen Mehrsprachigkeitsdiskussion im Zusammenhang mit den Minderheitensprachen.
Muniz-Hammes gibt in ihrem Beitrag einen Überblick über den bilingualen
Unterricht in Brasilien und stellt diesen in einen Zusammenhang mit der
Bildungspolitik und der politisch-sozialen Situation des Landes – ein informativer
Beitrag zur Mehrsprachigkeit in Südamerika. Jäger-Manz präsentiert, erklärt und
analysiert ausführlich die Situation ungarndeutscher Kindergärten. Deutsch ist
in bestimmten Regionen Ungarns seit ungefähr 100 Jahren die Sprache einer
ethnischen Minderheit, deren deutsche Sprachanteile Im Verlauf des 20. Jahrhunderts
immer mehr zurück gingen (unter Anderem aus Prestigegründen). Das Konzept des
zweisprachigen Kindergartens verfolgt nun die gezielte Förderung der
Zweisprachigkeit bei diesen Kindern. Jäger-Manz beschreibt nicht nur das
Konzept an sich, sondern auch die politisch-geografische Situation der Betroffenen,
arbeitet die Probleme heraus und gibt am Ende einen umfangreichen Katalog an
Verbesserungsvorschlägen für eine erfolgreiche Umsetzung der Zweisprachigkeit.
Cheung präsentiert bilingualen Unterricht in Vorschulen in Hongkong und
erläutert die dabei entstehenden Probleme für den europäischen Leser. Der
letzte Beitrag des Bandes ist die Papierversion der Powerpoint-Präsentation
(von der Tagung?) von Hélot, die bilinguale und mehrsprachige Unterrichtsmodelle
in Frankreich, vor allem im Elsass vorstellt. Der Beitrag, und vor allem seine
Form sind schwer in den Kanon der anderen Beitrage einzuordnen, der fachfremde
Leser versteht nicht unbedingt, worum es geht, und für den Spezialisten gibt es
eigentlich keinerlei neuen Informationen.
Insgesamt ist Band 2 ein
Potpourri aus recht heterogenen Beitragen mit sehr unterschiedlicher Länge und
sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Ansprüchen. Auch thematisch gesehen
gehen die Beiträge weit auseinander. Bei der Lektüre des Bandes ist dies aber
nicht zwingend störend: Liest man diesen als eine Sammlung verschiedener
Akteure von verschiedenen Ebenen (Forscher, Lehrer, Erzieher, Theoretiker,
Praktiker) des Bereiches, so ergänzen sich die Einzelbeiträge sogar
wechselseitig und ermöglichen dem Laien auf diese Weise eine Gesamtübersicht
zum Thema, die mehr als nur Basiswissen vermittelt. Für den Wissenschaftler
erfüllen nicht alle Artikel diesen Zweck, einige sehr, andere gar nicht. Sinn
der Tagung war es jedoch, die verschiedenen Akteure zusammen zu bringen und ein
möglichst breitgefächertes Ergebnis (aus der ganzen Welt) zu präsentieren. Dies
ist vor allem mit Band 2 mehr als gelungen.
Julia
Putsche (Université
de Haute Alsace, Mulhouse/Frankreich)
Copyright
© 2009 Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht
Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des Saarlandes (Hg.) (2008), Mehrsprachiges Aufwachsen in der frühen Kindheit. Band 1: Fakten, Voraussetzungen, Möglichkeiten für einen gelenkten Spracherwerb, Band 2: Beispiele aus der Internationalen Praxis für einen gelenkten Zweitspracherwerb. Weimar, Berlin: Verlag das netz. ISBN 978-3-86892-010-9. 176 und 135 Seiten. Rezensiert von Julia Putsche. Zeitschrift für
Interkulturellen
Fremdsprachenunterricht [Online] 14: 2, 2009, 4 S. Abrufbar unter
http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/beitrag/MBFFKS.htm |
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