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Sarter, Heidemarie (2006), Einführung in die Fremdsprachendidaktik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. ISBN: 978-3-534-18942-7. 144 Seiten, 14,90 Euro.

Wie aus dem Titel deutlich wird, soll die Veröffentlichung von Heidemarie Sarter die Leserinnen und Leser in die Fremdsprachendidaktik einführen. Dieses Buch richtet sich vor allem an die Studierenden und Lehrkräfte, die Verantwortung für den Unterricht aller an Schulen unterrichteten Fremdsprachen tragen oder zukünftig tragen werden. Von der derzeit in der Bundesrepublik Deutschland bestehenden Ausbildungssituation ausgehend werden Informationen zu den Rahmenbedingungen der Lehrerausbildung über alle Schulformen, Hinweise zu Unterrichtsgestaltung und Lerntypen, Tipps für den Erwerb sprachlicher und interkultureller Kompetenz und zu Möglichkeiten der Ableistung von Praktika geliefert. Die vorliegende Einführung in die Fremdsprachendidaktik vermittelt theoretisches Wissen und ist durch die Stichworte am Rande einer jeden Seite übersichtlich gegliedert. So wird gewährleistet, dass nach der ersten Lektüre ein schnelles Auffinden der unterschiedlichen Themenbereiche über die gegebenen Stichworte erfolgen kann. Dadurch können die BenutzerInnen den Inhalt besser behalten und das Gelernte schneller aus dem Gedächtnis abrufen.

Die Vermittlung neuen Wissens geschieht hier auf der Basis von bereits vorhandenen Kenntnissen und Fähigkeiten. Mit Hilfe von eingestreuten Nachdenkaufgaben, die fast in jedem Kapitel zu finden sind, versucht Sarter bei den Leserinnen und Lesern einen konstruktivistischen Prozess nicht nur aufzuzeigen, sondern individuell in Gang zu setzen, was ihr sicherlich gelingt. Die Autorin reduziert den wissenschaftlichen Apparat auf das Nötigste. Sollte der Wunsch aufkommen, einige Themenbereiche gründlicher zu bearbeiten, so werden Wissbegierige in der nach Kapiteln unterteilten Bibliographie auf weiterführende Literatur und Webseiten hingewiesen.

Das Buch gliedert sich in eine Einleitung und zehn thematische Großkapitel. Im ersten Kapitel „Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenunterricht“ werden Begriffe wie ‚Mehrsprachigkeit’, ‚sprachliche Kompetenzen’, ‚funktionale Mehrsprachigkeit’, ‚Mehrsprachigkeitsdidaktik’, ‚Fremdsprache’ und ‚Fremdsprachendidaktik’ erläutert. Darüber hinaus bespricht die Verfasserin u.a. das traditionelle Modell des Fremdsprachenunterrichts aus historischer Perspektive, sowie Sprachstrukturbildungsprozesse und Sprachenangebot in Grundschulen.

Das zweite Kapitel ist den „Rahmenbedingungen“ von Schule und Unterricht gewidmet. Die Autorin geht auf Standards in der Lehrerausbildung in allen Bundesländern ein, schildert das Berufsbild des Lehrers und charakterisiert Lehrpläne und Lehrwerke für Sprachen.

Im nächsten Kapitel wird u.a. die Situation der Zielsprache in der Grundschule aufgegriffen. Heidemarie Sarter diskutiert hier die Voraussetzungen, die Lerner im Grundschulalter mitbringen, sowie verschiedene Sprachlernertypen. Außerdem gilt ihr Augenmerk der grundschulischen Spracharbeit und der Sprachenwahl in weiterführenden Schulen.

Schüler- und Handlungsorientierung sind wichtige Kriterien für die Auswahl der Inhalte, Medien und methodischen Entscheidungen. Das vierte Kapitel „Unterricht und Unterrichtsgestaltung“ bezieht sich auf diese Aspekte. Zu den integralen Bestandteilen von Unterricht und Unterrichtsgestaltung gehört die Überprüfung von Leistungen und Defiziten der Lerner, aus diesem Grund geht die Autorin auf das Europäische Sprachenportfolio ein, das die Lerner in den Prozess der Evaluation einbezieht.



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Das fünfte Kapitel „Variable Lerner und Lernerinnen“ ist dem Problem der individuellen Lernerprofile gewidmet. Hier werden die Lernertypen nach der Art der Informationsaufnahme und -verarbeitung und der Wahrnehmung des Umfelds charakterisiert sowie unterschiedliche Auffassungen von Intelligenz, subjektiven Theorien, Motivation, Lernerautonomie diskutiert.

Kapitel sechs behandelt Aspekte des „Fachlichen Kompetenzerwerbs“ wie Sprachpraxis, Fachdidaktik und Fachwissenschaft und ihre Teildisziplinen. Die Verfasserin verweist hier auf einige Aspekte anderssprachiger Kompetenz, die in der Vermittlung Anforderungen an die Kenntnisse der Unterrichtenden stellen, die aber in der fachlichen Ausbildung unter Umständen zu kurz kommen: z.B. die Aussprache-, Grammatik- und Wortschatzvermittlung.

Im nächsten Kapitel wird die Aufmerksamkeit auf „Mündlichkeit und Schriftlichkeit“ gelegt. Sarter vertritt die Auffassung, auf „angemessenes Verhalten und die Art und Weise, wie die Kommunikationsbereitschaft signalisiert werden kann, sollte bereits im Unterricht hingearbeitet werden“ (92). Deswegen gibt sie in einem der Unterkapitel einen Überblick über elementare Kommunikationsfähigkeiten und -strategien und eine tabellarische Übersicht von drei Stufen der methodisch-didaktischen Funktionen der nonverbalen Kommunikation. Gleich danach folgt die umfangreiche Darstellung der Sprachrezeption und Sprachproduktion.

Das achte Kapitel ist eine Problematisierung des Gegenstandsbereiches „Transkulturelles Wissen und Inter–kulturelles Können“. Die Fragestellung „Ist die andere Sprache ‚fremder’ als die andere Kultur?“ wird hier entwickelt, wobei die Autorin auf unterschiedliche Aspekte der Zielsetzung eingeht. Austausch und Partnerschaft sind sehr oft integrale Ergänzung des fremdsprachigen Unterrichts, die allerdings in der Ausbildung von Fremdsprachelehrerinnen und -lehrern meist ausgeblendet bleiben (108). Dementsprechend thematisiert Sarter im nächsten Unterkapitel diese Aspekte, indem sie u.a. Austauschmodelle, Alter der Teilnehmer, Lernziele, Organisatorisches, Vorbereitung, Aktivitäten am Zielort, Nachbereitende Evaluation u.v.a. diskutiert.

In der schulischen Praxis wird immer häufiger die Fähigkeit des Problemlösens in den Vordergrund gestellt. Oft lassen sich Probleme erst in einer Vernetzung mehrerer Unterrichtsfächer lösen. Im Kapitel „Über’s Fach hinaus“ plädiert Sarter daher nicht ganz zu Unrecht für Projekte, fächerübergreifendes Arbeiten und bilingualen Sachfachunterricht.

Im zehnten und letzten Kapitel „Praktika“ stellt die Autorin unterschiedliche Arten von Schulpraktika dar, die „Bestandteil jedes Lehramtsstudiums“ seien (126) und der „Veranschaulichung und kritischen Überprüfung insbesondere der allgemeinen und fachlichen didaktischen und methodologischen Ausbildung“ (9) dienen. Die Relevanz dieses Kapitels für angehende Fremdsprachenlehrerinnen und Lehrer unterliegt keiner Diskussion. Es werden hier interessante Informationen über Zielsetzungen von Praktika, professionelle Kompetenz der Lehrkräfte und Orientierungshilfen zu den unterschiedlichsten Aspekten der beiden Arten von Schulpraktika vermittelt.

Zusammenfassend ergibt sich folgendes Fazit: Die vorliegende Einführung in die Fremdsprachendidaktik, die als eine allgemeine Hinführung zu den theoretischen Grundlagen didaktischen Denkens gedacht ist, kann als solche zweifelsohne als gelungen gelten.

Renata Rybarczyk
(Adam Mickiewicz Universität Poznań/Polen)




Copyright © 2009 Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht

Sarter, Heidemarie (2006), Einführung in die Fremdsprachendidaktik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. ISBN: 978-3-534-18942-7. 144 Seiten. Rezensiert von Renata Rybarczyk. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht [Online] 14: 2, 2009, 2 S.
Abrufbar unter http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/beitrag/Sarter.htm

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